Coronavirus

Profi-Killer Corona: Darum sterben Menschen an Covid-19

Dass das Coronavirus für einige Menschen tödlich endet, wissen wir. Aber wieso ist Covid-19 überhaupt in der Lage, zu töten? Auf diese zwei Arten bringt Corona den schnellen und langsamen Tod

Diese zwei Arten sind verantwortlich für tödlichen Verlauf Corona
Das Coronavirus ist auf zwei verschiedene Arten tödlich Foto: iStock

"Molecular profile of a killer - how Covid-19 autopsies help to understand the deadly new coronavirus disease" - so lautet der Titel eines Papers, das erst kürzlich von der Molekularpathologin Kirsten Mertz veröffentlicht wurde. Focus.de nahm diese Publikation zum Anlass, der Medizinerin ein paar Fragen zu den tödlichen Umständen des Virus zu stellen. Was Mertz über ihr Forschungsprojekt berichtete, ist sensationell.

Auf diese zwei Arten ist das Coronavirus tödlich

Es gibt genau zwei Verläufe, die Covid-19, vor allem für die Risikogruppen, tödlich enden lassen. Als Pathologin Kerstin Mertz im März 2020 mit den Obduktionen der Körper begann, wurde eines schnell klar: „Es gab Verstorbene, die schwerste Organschäden vor allem in der Lunge aufwiesen, aber auch Covid-19-Opfer, die makroskopisch und mikroskopisch nur geringe Schädigungen zeigten“, so Kerstin Mertz den Kollegen von Focus.de gegenüber.

Wie diese zwei tödlichen Krankheitsverläufe zustande kommen, fand Mertz bei weiteren Untersuchungen heraus: Im ersten Verlaufsbeispiel sorgte gleich zu Anfang der Infektion eine extrem hohe Viruslast für einen schnellen Tod, da das Immunsystem gar nicht erst in der Lage war, zu kämpfen. In diesem Fall blieb die Lunge so gut wie unbeschädigt.

Im zweiten Verlaufsbeispiel gibt die Pathologin an, handele es sich um einen langsameren Tod: Aufgrund der anfänglich geringeren Viruslast, übersteht der Patient die erste Phase der Krankheit. Das Immunsystem nimmt seine Arbeit auf, würde aber nach mehreren Tagen oder Wochen schlichtweg überreagieren. Diese Art der Überreaktion des Immunsystems würde dann dazu führen, dass sich das Lungengewebe entzündet und schwere Lungenschäden zur Todesursache werden.

Was bringen diese Erkenntnisse?

Was Kerstin Mertz herausgefunden hat, kann den akut erkrankten Patienten direkt zugute kommen: Je nachdem, wie groß oder klein die Viruslast des einzelnen ist, könnte den Patienten in der ersten Phase der Erkrankung mit hoher Viruslast Medikamente mit neutralisierenden Anitkörpern verabreicht werden, erklärt die Medizinerin den Journalisten bei Focus.de. Beispiel für solch ein Medikament ist Remdesivir. Sollte es bei Patienten mit geringerer Virus-Last in einer späteren Phase der Covid-19-Erkrankung zu einer Überreaktion des Immunsystems kommen, könnte wiederum die Vergabe Entzündungshemmender Arzneimittel die Arbeit des Immunsystems unterbrechen und so die Lunge vor körpereigenen Angriffen schützen.