Gesundheit

Hashimoto-Thyreoiditis: Ursachen, Symptome, Behandlung

Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunkrankheit der Schilddrüse. Erfahren Sie hier alles über Ursachen, Symptome und Behandlung

Frau greift sich an den Hals
Hashimoto-Thyreoiditis: Ursachen, Symptome, Behandlung Foto: iStock

Was ist Hashimoto-Thyreoiditis?

Hashimoto, wie Hashimoto-Thyreoiditis auch genannt wird, ist eine Autoimmunerkrankung, die sich vor allem in Form einer Schilddrüsenentzündung äußert. Die Betroffenen sind meist zwischen 40 und 50 Jahre alt beim Aufkommen der Krankheit - jedoch auch in jüngeren Jahren ist die Thyreoiditis nicht auszuschließen.

Zwei Arten der Erkrankung sind bisweilen bekannt:

  1. Bei der klassischen Art kommt es zu einer Vergrößerung der Schilddrüse, einer Struma-Bildung, die die Funktionen lahmlegt.

  2. Bei der atrophischen Art wird das Schilddrüsengewebe zerstört, was dazu führt, dass das Organ verkümmert.

Ursachen für Hashimoto-Thyreoiditis

Bei der Schilddrüsenerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis beginnt der Körper autoimmun Antikörper gegen die Eiweiße der Schilddrüse zu bilden, was zur chronischen Entzündung dieser führt. Steht das Schilddrüsengewebe dauerhaft unter Entzündung, kommt es sogar zu einer Schilddrüsenunterfunktion, der Hypothyreose.

Warum der Körper autoimmun reagiert, ist bis dato nicht gänzlich geklärt. Forscher vermuten allerdings, dass eine viren- oder bakterienbedingte Infektion zum Auslöser gehören könnte. Außerdem kann eine genetisch bedingte Vorbelastung innerhalb der Familie eine Ursache sein, wie auch eine zu starke jodhaltige Ernährungsweise und bestehende chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Zöliakie.

Hashimoto-Symptome im Überblick

Zu Anfang läuft eine Hashimoto-Thyreoiditis schmerzfrei ab; der Betroffene bekommt nichts mit. Meist wird die Erkrankung erst deutlich, wenn eine Schilddrüsenunterfunktion eingesetzt hat und das fortgeschrittene Stadium erreicht ist. Folgende Symptome werden dann deutlich:

  • Unlust

  • Müdigkeit, Schlappheit, Schwäche

  • Konzentrationsschwierigkeiten

  • Gedächtnisschwäche

  • Hohe Kälteempfindlichkeit

  • Heiserkeit

  • Gewichtszunahme (das Essverhalten hat sich jedoch nicht verändert)

  • Trockene Haut

  • Brüchige Nägel

  • Spröde Haare und Haarausfall

  • Zyklus- und Fruchtbarkeitsstörungen

  • Erhöhte Blutfettwerte

Habe ich Hashimoto?

Sollten Ihnen mehrere der oben aufgeführten Symptome bekannt vorkommen, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Im Gespräch mit dem Mediziner, in dem über die eigene Krankheitsgeschichte berichtet wird, können schon erste Rückschlüsse getroffen werden, die jedoch immer mit einer Blutuntersuchung ausreichend geklärt werden sollten. Dafür wird die Konzentration der Schilddrüsenhormone T3 und T4 sowie TSH gemessen und untersucht, ob Antikörper gegen Eiweiße der Schilddrüse reagieren.

Natürlich darf in der Untersuchungsreihe auch ein Ultraschallbild der Schilddrüse nicht fehlen: Wird diese kleiner als normal und mit dunklen Stellen übersäht angezeigt, so deutet alles auf Hashimoto hin.

Außerdem können noch weitere Untersuchungen wie eine Gewebeprobe der Schilddrüse mittels Feinnadelbiopsie, eine Analyse einer Probe der Gehirnflüssigkeit und der elektrischen Hirnaktivität (EEG) hinzukommen.

Vor allem die beiden letzten Untersuchungsmaßnahmen werden notwendig, wenn sich eine Erkrankung des Gehirns entwickelt, was bei Hashimoto durchaus vorkommen kann. Dann tritt die sogenannte Hashimoto-Enzephalopathie ein, die als Anzeichen Psychosen, kognitive Defizite oder Verwirrtheitszustände bei den Betroffenen hervorheben kann.

Behandlung von Hashimoto

Hashimoto und die auftretende Schilddrüsenunterfunktion können nicht per Therapie behandelt werden, da es schlichtweg keine gibt. Aber: Patienten stehen mit ihrer Erkrankung nicht alleine dar! Mittels Tabletten mit dem künstlichen Hormon Levothyroxin, die sie ihr Leben lang einnehmen müssen, können die Symptome und Beschwerden gelindert werden. Eine optimale Aufnahme der Medikamente ist dabei am Morgen auf nüchternem Magen gegeben.

Da Jod als Hashimoto-förderlich gilt, sollten die Patienten jedoch in Sachen Ernährung auf Lebensmittel zurückgreifen, die wenig Jod enthalten.