Food

Grill-Saison 2021 – diesmal übernehmen wir Frauen!

Scampi, Gemüse-Spieße, zartes Geflügelfleisch – Diese Saison übernehmen wir Frauen mal den Grill! Die wichtigsten Tricks und leckersten Grill-Foods verrät ein Experte der Weber Grill Academy im Gespräch mit MADAME.de

Grill Saison 2021
Grill-Food we love: Scampis und Weißwein statt Steak und Bier! Foto: plainpicture

Meist sind es die Männer, die am Grill stehen. Höchste Zeit, dass wir uns selbst dem Spiel mit dem Feuer widmen. Alles Wissenswerte dazu verrät Claus Kogler, der den Weber Store samt Weber Grill Academy bei Kustermann in München leitet.

MADAME.de: Warum ist Grillen noch so oft Männersache?

Claus Kogler: Ich kann Sie beruhigen, die Kaufentscheidung – das sehen wir hier bei uns im Store – geht meistens über die Frau. Aber tatsächlich stehen dann meist die Männer am Grill, womöglich weil Feuer zu machen eine archaische Angelegenheit ist, da wird wohl ein Urinstinkt angesprochen. Ich sehe allerdings auch immer mehr Frauen, die ihre Leidenschaft fürs Grillen entdecken – wohl weil es heute ganz neue und vielseitige Möglichkeiten gibt.

Grill Saison 2021
Gemüse-Spieß mit Zwiebeln und Kräutern Foto: Plainpicture

Holzkohle-, Gas- oder Elektrogrill – welches Modell empfehlen Sie für den Einstieg?

C.K.: Wenn man kein eigenes Haus mit Garten hat, muss man zunächst mal schauen, was im Haus überhaupt erlaubt ist. Auf einem kleinen Balkon ist ein Elektrogrill sicher am geeignetsten. Das ist auch die unkomplizierteste Art zu grillen. Den meisten aber würde ich einen Gasgrill empfehlen, der ist für spontanes Grillen besser geeignet als ein Holzkohlegrill, weil er einfach schneller ist. Etwa einen „E 325 S“ – mit drei Brennern und einer Sear Zone ist dieser Grill wie eine Outdoorküche .... Man verlagert das Kochen nach draußen, kann damit Wokgerichte zubereiten – oder Pancakes. Ich denke, das gefällt vielen.  

Und Sie selbst – worauf grillen Sie?

C.K.: Ich bin ein leidenschaftlicher Kohlegriller – das Feuer, der Rauch, das gefällt mir einfach. Der klassische Kugelgrill von Weber, der „Original Kettle“, ist ein gutes Einstiegsmodell in die Holzkohlewelt, auch nicht teuer, je nach Größe zwischen 180 und 270 Euro. Schön ist auch die tragbare Variante – „Smokey Joe“.

Kugelgrill von Weber
Beliebte Grill-Varianten von Weber Foto: PR Weber/Kustermann/Sinan Krieger

Beschreiben Sie bitte kurz, wie man idealerweise das Feuer entfacht?

C.K.: Ganz einfach geht das mit dem Anzündkamin „Rapid Fire“ von Weber, er sieht aus wie ein Bierkrug, man befüllt ihn einfach mit Kohle oder Briketts , zündet dann auf dem Kohlerost 2 bis 3 Anzündwürfel an und stellt den Rapid Fire über die brennenden Würfel. Dann öffnen wir den Lüftungsregler auf der Unterseite des Grills und dank Kamineffekt geht der Rest wie von alleine. Nach 15 Minuten haben Sie die perfekte Glut zum Grillen, man erkennt es daran, dass die Kohle grau/weiß wird.

Wie vermeide ich Qualm?

C.K.: Indem Sie gute Kohle kaufen, aus Eiche oder Buche, dann passiert das nicht! Billige Kohle riecht nach Benzin und qualmt öfter. Das ist einer der häufigsten Fehler beim Grillen - minderwertige Holzkohle zu verwenden. 

Grill-Saison 2021
Marinierte Hähnchen-Spießchen Foto: Plainpicture

Was sind weitere häufige Fehler?

C.K.: Zu hohe Temperaturen. Und das ist fatal. Dann wird das Fleisch trocken und zäh. In den meisten Grills ist im Deckel ein Thermometer eingebaut – daran kann man sich orientieren: zwischen 180 bis 230 Grad ist eine gute Temperatur für das meiste Grillgut – wie Würstel oder Truthahnbrust etwa. Ein Steak braucht zum Anbraten eine höhere Temperatur kommt dann auf die Seite zum Durchgaren. Spare Ribs gart man „low and slow“ – bei zirka 100 Grad. Noch eine Sache, die öfter falsch gemacht wird: wenn das Fleisch vorm Grillen gepfeffert wird, verbrennt der Pfeffer und man hat zu viele Bitterstoffe im Fleisch. Das schmeckt nicht. Vorher salzen ist dagegen okay.

Wenn ich verschiedene Dinge grillen will, muss ich auf die richtige Zeiteinteilung achten, richtig?

C.K.: Genau! Man fängt mit den Sachen an, die länger dauern – Folienkartoffeln etwa. Steaks brät man scharf an – legt sie dann auf die Seite zum Durchgaren, währenddessen kann man Würstchen grillen. Knoblauchbaguette etwa geht schnell, das mache ich ganz am Schluss.

Auf welche Grill-Gewürze schwören Sie?

Salzflakes und die Hamburger Steakpfeffermischung von der Firma Ankerkraut. Dazu ein gutes Olivenöl, mehr brauche ich für ein gutes Steak nicht.

Die idealen Beilagen?

Gegrillte Salatherzen! Salatherzen halbieren, auf den Grill legen und von beiden Seiten rösten, dann auf dem Teller mit etwas Aceto Balsamico und Öl würzen. Rosmarinkartoffeln lassen sich auch gut auf dem Grill zubereiten. Und auf einer Edelstahlschale Cherrytomaten mit etwas Öl, Salzflocken und einem Schluck Sherry einkochen lassen.

Womit kann man seine Grillgäste beeindrucken oder überraschen?

C.K.: Wichtiger als komplizierte Rezepte ist hochwertiges Fleisch. Von mariniertem Fleisch aus dem Discounter würde ich eher abraten, da weiß man nicht, was sich unter der Marinadeschicht versteckt… Was immer sehr gut ankommt ist dieses Dessert: Wir nehmen eine Banane und schneiden die Schale ein. Dann wird ein Kinderriegel in das Fruchtfleisch gedrückt. Die Banane dann auf der indirekte Seite des Grills 10 bis 15 Minuten garen lassen. Banane auf einem Teller anrichten, dann kann sie ausgelöffelt werden. Das lieben meine Gäste!

Haben Sie noch mehr Tipps für Vegetarier?

C.K.: Ich schätze die Klassiker – wie Würstchen mit Nudelsalat, aber am liebsten probiere ich wirklich Neues aus, Low Carb-Rezepte etwa. Die zeige ich dann auch auf meinem Instagram-Acount...

Interview: Carla Mülhens