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Beauty-News: Von der eigenen Küche in die Forbes-Liste – Mareike Peters und ihr Naturkosmetiklabel

Mit ihrer selbst entwickelten Hautpflege hat Mareike Peters es in die Forbes-Liste der Pionierinnen „30 unter 30“ geschafft. Aber nicht nur der Erfolg macht „NKM“ alias Naturkosmetik München zu einem herausragenden Label – sondern auch der radikal moderne Anspruch, total transparent sowie ökologisch und sozial nachhaltig zu sein. Ein Interview mit der Gründerin.

NKM Peters am See
Naturkosmetik made by Mareike Peters Foto: PR

Wer seine Bestellung von NKM erhält, merkt, dass dieses Naturkosmetiklabel es wirklich ernst meint. Sogar die Verpackungschips im Paket sind natürlich – nicht etwa aus Styropor, sondern aus Mais oder Erbse. In Wasser aufgelöst, sind sie als Dünger für Topfpflanzen geeignet.

NKM wurde 2019 von Mareike Peters und Alexander Hefele gegründet, nachdem die Münchnerin sozusagen aus "Notwehr" – weil sie jahrelang unter unreiner Haut litt, begonnen hatte, Kosmetika selbst herzustellen. Heute vertreibt ihr eigenes Label Rohstoffe für Kosmetik, DIY-Sets und fertig angerührte Pflegeprodukte. Wer die Website nkm-atelier.de besucht, spürt sogleich mit wieviel Liebe und Engagement die 24-Jährige dabei ist – jedes Produkt wird charmant vorgestellt, jeder Inhaltsstoff ist tatsächlich auch Wirkstoff, alle Zutraten und Verpackungen sind aus der Region. Einen eigenen Laden hat Peters inzwischen auch – in der Münchner Müllerstraße 10 – der zweite eröffnet im Juli in Hamburg, in den Hohe Bleichen 25.

Erneuernde Feuchtigkeitscreme NKM
Erneuernde Feuchtigkeitscreme von NKM mit Vitamin C, Hyaluron und Zirbenöl, 29 Euro Foto: PR
NKM
Mareike Peters in ihrem Atelier Foto: PR

Forbes hat Sie als eine der Pionierinnen „30 unter 30“ ausgezeichnet. Was würden Sie sagen, zeichnet Ihr Label gegenüber anderen Naturkosmetiklabels aus?

M.P.: Ich bin Gründerin und auch Produktentwicklerin. So kann ich jedes Produkt transparent bis ins kleinste Detail erklären und meine Entscheidungen nachvollziehbar machen. Ich kümmere mich auch selbst um die sozialen Kanäle, berichte von unseren Produktentwicklungen – und lasse unsere Zuschauer an Entscheidungen teilhaben. Das Feedback aus den sozialen Kanälen landet direkt bei mir, wo es dann tatsächlich etwas bewirken kann.

Wie kam es zur Gründung von NKM?

M.P.: Als ich 2018 in meiner privaten Instagram-Story die Herstellung meiner Hautpflege teilte, davon erzählte, war ich überrascht von dem Zuruf, den ich erhielt. Dadurch, und weil ich selbst das dringende Bedürfnis hatte, über Hautpflege zu sprechen, über Alternativen zu Kaufkosmetik und die Wechselwirkung zwischen Haut und Hautpflege entstand der Informationskanal „Naturkosmetik München“. Die Nachfrage nach meinen Produkten wuchs dann schnell, erst boten wir nur die Zutaten zum Selberrühren an, später auch fertig produzierte Produkte. Die Päckchen packte ich damals im Wohnzimmer meines Freundes, bei dem ich gerade erst eingezogen war. Auf Instagram habe ich immer alles dokumentiert. Dass jeder einen Einblick hinter die Kulissen meines Unternehmens haben kann – und dass so viele ihren Freunden von NKM erzählten – das ist, so denke ich, ein Grund für das rasante Wachstum unserer Marke.

Hatten Sie denn Unterstützer oder Mentoren?

M.P.: Nein – außer unseren Freunden, unserer Familie, den Kund:innen und Mitarbeitenden  hatten wir keine Unterstützung. Mein Freund und ich haben die Firma ohne Investoren aus dem Cash Flow aufgebaut.  

Was glauben Sie, braucht man, um sich als junger Mensch selbstständig zu machen?

M.P.: Der Schritt in die Selbstständigkeit ist in keinem Alter eine leichte Sache. Mir hat es geholfen, die richtigen Leute um mich zu haben. Menschen, deren persönliche Lebensziele zu den strategischen Wachstumsmöglichkeiten der Unternehmung passen. Dann fällt einem das Abgeben einzelner Geschäftsbereiche leichter – und persönliche Schwachstellen können durch ein engagiertes Team ausgeglichen werden.

Was hat Sie bei der Einführung Ihres Labels am meisten belastet?

M.P.: Anfangs war es mein Wunsch, stets sehr persönliche, handverpackte Päckchen an die Kunden und Kundinnen zu schicken. Der Aufwand war immens, wodurch eine Zeit lang mehr Bestellungen eintrudelten als ich packen konnte. Ich bin wirklich dankbar, die Logistik einem engagierten, vertrauenswürdigen und fähigen Markus in die Hände gegeben zu haben! Derzeit ärgert uns ein Konzern, der auf eine für mich ungerechtfertigte Weise Anspruch an unser Markenbild erhebt … Vermutlich hören die kleinen oder großen Hürden nie auf!

Worauf sind Sie besonders stolz?

M.P.: Vielleicht darauf, dass wir alles neu denken … Wir versuchen mithilfe unserer Kundschaft ein nachhaltiges Unternehmen aufzubauen, welches durch und durch transparent ist, nicht nur dort wo die Öffentlichkeit hinschauen kann. Wir sind tatsächlich strenger mit unseren Klimaregeln als die meisten Zertifikate, außerdem spenden wir regelmäßig an soziale und ökologische Projekte. Ich denke, deshalb habe ich die Listung von Forbes erhalten: diese Art der Unternehmensführung ist neu und (noch) selten.

Welches ist der Bestseller von NKM?

M.P.: Meine Hautpflegeserie gegen Unreinheiten – sie wird von den Nutzer:innen liebevoll „Goldenes Trio“ genannt. Der Milde Reiniger, der Antimikrobielle Toner und das Intensivöl, sind der Grund, warum es NKM überhaupt gibt – es sind jene Produkte, die ich gegen meine eigenen Unreinheiten entwickelt habe.  

Und welches ist Ihr persönliches Lieblingsprodukt?

M.P.: Man kann meiner Haut ansehen, wenn mein Antimikrobieller Toner leer ist – daher ist es vermutlich der :-)

Gibt es ein Item oder Produkt, das Sie unbedingt noch erfinden wollen?

M.P.: Die Produktideen gehen mir nicht aus! Alle meine Projekte teile ich online und die Ideen unserer Zuschauer fließen direkt in die Produktentwicklung ein. Im Mai startet unser Linien- & Faltenfüller, der mit Kurzzeit- und Langzeitwirkungen gegen die vorzeitige Hautalterung arbeitet. Jetzt gerade stehe ich in der Rührküche und formuliere einen enzymatischen Peeling-Pudding für mein Buch, das im November bei G + U erscheinen wird. Erfinden trifft meine Berufsbeschreibung vermutlich am besten.  

Interview: Carla Mülhens