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Zur Biennale: „Flora Fantastica“ entführt in die Königlichen Gärten von Venedig

Zur Biennale: „Flora Fantastica“ entführt in die Königlichen Gärten von Venedig Zur Biennale: „Flora Fantastica“ entführt in die Königlichen Gärten von Venedig
Das Gewächshaus, in dem sich die Ausstellung „Flora Fantastica“ befindet, wird eins mit der Natur des Giardini Reale (Foto: Courtesy of Swatch Art Peace Hotel)

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Begleitend zur Biennale in Venedig präsentiert das Swatch Art Peace Hotel eine naturgbezogene Ausstellung mit Werken ehemaliger Residenzkünstler*innen

Die Königlichen Gärten von Venedig waren lange für die Öffentlichkeit geschlossen. Fast verboten fühlt es sich an, als sich nun die Tore öffnen. Tritt man von der wuseligen, touristischen Straße in den Giardini Reale, verstummt die Umwelt. Nur die Vögel hört man zwitschern.
Diesen besonderen Ort hat sich das Swatch Art Peace Hotel ausgesucht, um begleitend zur Biennale die Ausstellung „Flora Fantastica“ zu zeigen – passender hätte die Location nicht sein können. Denn geht man um die Ecke, entdeckt man ein Gewächshaus, das die Werke fünf ehemaliger Residenzkünstler*innen der Künstlerresidenz in Shanghai beinhaltet.

Tritt man in das Gewächshaus, fühlt man sich, als würde man mit dem Innersten der Königlichen Gärten verschmelzen. Erst sieht man satte Orangenbäume, die wie gemalt aussehen – sich bei einem näheren Blick jedoch als gestickt herausstellen. Die Serie „Orange Tree“ ist das Werk von Mustafa Boğa. Er arbeitet mit alten Fotos oder Fundstücken vom Flohmarkt und stickt und näht diese nach. Der orangene Baum als Motiv ist mit seiner Heimat Adana in der Türkei verbunden.
Auch eine hüfthohe, wunderschöne Skulptur aus allerhand Schmuckstücken lädt zum genaueren Hinsehen ein. „Ornamentalia Criminalis“ ist das Werk von Elisa Insua, die Amulette, Uhren und Gürtelschnallen neu anordnet und so Überkonsum und Vergänglichkeit in einer üppigen Assemblage thematisiert – und den Schmuck so aus der Vergänglichkeit zieht.

Mustafa Boğa – Orange Tree (Serie), 2026 – Stickerei auf Textil (Foto: Courtesy of Swatch Art Peace Hotel)
Elisa Insua – Ornamentalia Criminalis, 2026 – Skulptur (Foto: Courtesy of Swatch Art Peace Hotel)

„Das Element der Überraschung ist etwas, was ich an einer Kunstausstellung mag“, sagt Carlo Giordanetti, Swatch Kreativdirektor und CEO des Swatch Art Peace Hotels. „Ich hoffe, dass die Besucher*innen in die Ausstellung treten und etwas entdecken, an dem sie hängen bleiben, etwas, das sie nicht erwarten.“

Das gelingt. Auch die großen Fotografien von Bäumen, die von der Glasdecke hängen, möchte man sich länger ansehen. Hammer (Chenxi) Chen ist Grafikkünstlerin und verfremdet Fotografien. Hier geht es um Zeit, Gedächtnis und die Art, wie sich eine Stadt im Laufe der Zeit in eine persönliche Erfahrung verwandelt. „Den Tag über verändert sich das Werk“, erzählt Giordanetti. „Am Morgen zum Beispiel, fällt die Sonne in das Gewächshaus und wirft Schatten. Das verändert die Wirkung gänzlich.“

Hammer Chen – Peeling (Serie), 2026 – Fotografie auf Kupfer, Papier und Stoff, mit Giclée-Druck und Ätzung (Foto: Courtesy of Swatch Art Peace Hotel)


Rechts daneben erhebt sich die VR-Installation von Chun Hua Catherine Dong, „Mulan“. Die chinesische Heldin Mulan befindet sich in einer fantasievollen Unterwasserwelt, auch nach 5, 10 Minuten hat man das Gefühl, das Gesehene noch nicht wirklich ganz begriffen zu haben. Es ist das einzige digitale Werk in der Ausstellung. „Was die Werke verbindet, ist ihre Unterschiedlichkeit, die verschiedenen Techniken“, sagt Giordanetti. „Digitale Kunst gehört heute einfach dazu.“

Chun Hua Catherine Dong – Mulan, 2023 – VR-Installation (Foto: Courtesy of Swatch Art Peace Hotel)

Zuletzt blickt man auf die zwei Gemälde „Verde Celeste“ und „Giallo Luminoso“. Hineingreifen möchte man in dieses Werk, und Künstlerin Stefania Orrù lädt prompt dazu ein, über die Oberfläche zu streichen. So merkt man hautnah, wie traditionelle Fresko-Materialien wie Kalk, Sand und Naturpigmente in Schichten aufgebaut und anschließend wiederholt gebrochen, wieder bedeckt und geglättet wurden.

Stefania Orrù – Verde Celeste (Little Garden Before Huangpu River), 2024 und Giallo Luminoso (A Bright Scene at the French Concession), 2024 Gemälde und Fresko (Foto: Courtesy of Swatch Art Peace Hotel)

Wenn man das Gewächshaus nun wieder verlässt und zurück in die Königlichen Gärten tritt, wirken die Bäume, Blätter und Schatten draußen plötzlich anders. So eröffnet „Flora Fantastica“ auch neue Perspektiven auf die Natur außerhalb der Ausstellung. Die fünf Künstler*innen verbinden Erinnerungen, Materialien und Technologien zu einer vielschichtigen Erzählung über Wachstum, Wandel und Identität. Im Zusammenspiel mit den Giardini Reale entsteht so ein Ort, an dem Kunst und Natur miteinander verschmelzen und der noch lange nach dem Besuch nachhallt.

Flora Fantastica
Mai bis 26. Juli 2026
Giardini Reali, San Marco, Venezia.
Mittwoch – Sonntag, 9.30 Uhr –19.00 Uhr. Freier Eintritt

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