MADAME Newsletter - Erhalten Sie stilvolle Inspiration, exklusive Inhalte und Gewinnspiele, digital und kostenlos.
Jetzt zum Newsletter
anmelden
MADAME Newsletter - Erhalten Sie stilvolle Inspiration, exklusive Inhalte und Gewinnspiele, digital und kostenlos.
Jetzt zum Newsletter
anmelden
Hyaluron, Salizylsäure, Urea – diese Begriffe sind wohl jedem bekannt. Doch was können sie wirklich? Zusätzlich kommen ständig neue Wirkstoffe dazu, die von Influencer:innen gehyped werden und auf immer mehr Produkten zu lesen sind. Bei der Vielzahl an Begriffen kann man schnell den Überblick verlieren. Und: nicht jeder Trend ist gerechtfertigt und nicht jeder Inhaltsstoff für jeden Hauttyp geeignet.
Wir bringen Ordnung in das Chaos und erklären die wichtigsten Wirkstoffe, wie sie angewendet werden und für wen sie sich eignen. Plus: praktische Tipps für die tägliche Routine.
1. Die Klassiker
Diese Wirkstoffe kennen Sie wahrscheinlich schon – aber setzen Sie sie auch richtig ein?
Alpha-Hydroxysäuren (AHA)
Unter AHA versteht man wasserlösliche Fruchtsäuren, zu denen auch Glykol- und Milchsäure gehören. Sie werden schon lange in der Kosmetik eingesetzt und lösen sanft die Verbindung zwischen abgestorbenen Hautzellen und regen so die Erneuerung der obersten Hautschicht an.
• Hilft bei: Unebenem Teint, feinen Linien und stärkt langfristig die Hautstruktur.
• Anwendung: Als Serum oder Peeling etwa zwei- bis dreimal die Woche anwenden.
• Tipp: Abends verwenden, da AHA die Haut lichtempfindlicher macht und über Nacht die Regeneration besser stattfinden kann. Zusätzlich tagsüber Sonnenschutz benutzen.
Beta-Hydroxysäure (BHA)
BHA bewirkt ähnlich wie die Alpha-Hydroxysäuren eine allgemeine Verbesserung des Hautbildes und wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Für die Hautpflege am interessantesten ist die Salizylsäure. Im Gegensatz zu AHA ist sie aber fettlöslich und kann deshalb tiefer in die Poren eindringen und überschüssigen Talg besser lösen.
• Hilft bei: verstopften Poren, Mitessern, unreiner oder fettiger Haut und Akne.
• Anwendung: Als Peeling, Toner, Serum, etwa zwei- bis dreimal pro Woche.
• Tipp: Auf Problemzonen konzentrieren, punktuell auftragen und zusätzlich Sonnenschutz tragen. Bei trockener Haut lieber AHA verwenden.
Ceramide
Ceramide sind Fettstoffe, die auf natürliche Weise in der Hautbarriere vorkommen und die Hautzellen verbinden. Sie sorgen dafür, dass Feuchtigkeit in der Haut gehalten wird und schützen gegen äußere Reize. Ursprünglich nur für medizinische Hautpflege verwendet, sind sie heute aus barrierestärkenden Cremes kaum noch wegzudenken.
• Hilft bei: Trockener, gereizter, empfindlicher Haut.
• Anwendung: Als Creme oder Lotion, morgens und abends auftragen.
• Tipp: Besonders geeignet, wenn austrocknende Wirkstoffen wie Retinol benutzt werden, oder nach einem Peeling, um die Hautbarriere wieder zu stärken.
Hyaluronsäure
Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil unseres Körpers, der in Haut, Bindegewebe und Gelenken vorkommt. Als körpereigener Wasserspeicher kann er die innere Feuchtigkeitsversorgung sicherstellen. Hyaluronsäure bindet bis zum tausendfachen ihres Eigengewichts an Wasser und sorgt so für optimale Feuchtigkeit und glatte Haut. Der Wirkstoff wurde ursprünglich in der Medizin eingesetzt, beispielsweise zur Behandlung von Arthrose, und findet nun Anwendung in vielen Kosmetikprodukten.
• Hilft bei: Trockener Haut und Knitterfältchen.
• Anwendung: Hyaluron-Seren und -Cremes erst nach anderen Wirkstoff-Seren auftragen, denn ihre feuchtigkeitsbindende Wirkung lässt die Haut leicht aufquellen und andere Inhaltsstoffe können anschließend nicht mehr so gut eindringen.
• Tipp: Auf angefeuchtete Haut auftragen und mit einer Creme versiegeln.
Retinol (Vitamin A)
Retinol und Retinal gehören zur Vitamin-A-Gruppe. Sie gelten als beste Wirkstoffe gegen Hautalterung und ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich gut belegt. Retinol wird in mehreren Schritten in der Haut zur aktiven Form, der Retinsäure, umgewandelt. Retinal muss nur in einem Schritt umgewandelt werden, und wirkt somit oft schneller oder effektiver. Bei empfindlicher Haut wird oft zuerst Retinol verwendet, um Irritationen vorzubeugen und später kann auf Retinal umgestiegen werden. Vor allem zu finden sind diese Wirkstoffe in Anti-Aging-Produkten. Sie regen die Zellerneuerung der Hornschicht an, fördern die Kollagenproduktion und beschleunigen den Zellumsatz. So wirken sie Falten entgegen und hellen Pigmentflecken auf.
• Hilft bei: Unreinheiten, Falten und Hautalterung.
• Anwendung: Nur abends verwenden und langsam einschleichen, also anfangs nur ein- bis zweimal pro Woche auftragen und dann langsam steigern, damit sich die Haut an den Wirkstoff gewöhnen kann. Retinol kann empfindliche Haut sonst zu Beginn reizen.
• Tipp: Tagsüber immer einen Sonnenschutz benutzen, da Retinol die Haut lichtempfindlicher machen kann.
Niacinamid (Vitamin B3)
Niancinamid, auch Vitamin B3 genannt, entwickelte sich in den letzten Jahren vom Geheimtipp zu einem vielfach verwendeten Wirkstoff. Durch die zahlreichen positiven Eigenschaften gilt er als Allrounder in der Kosmetik: Niacinamid ist beruhigend, entzündungshemmend und antioxidativ, außerdem reguliert es die Talgproduktion, stärkt die Hautbarriere, reduziert Akne, verfeinert Poren und sorgt für ein reineres Hautbild und einen ebenmäßigen Hautton.
• Hilft bei: Akne, Rötungen, überschüssigem Talg und großen Poren.
• Anwendung: Als Serum, morgens und abends anwenden.
• Tipp: Niacinamid ist allgemein gut mit anderen Inhaltsstoffen kombinierbar. Nur die Kombination mit Vitamin C kann manchmal problematisch sein. Das gilt aber nur für bestimmte Formen, deshalb am besten Kombi-Produkte verwenden, hier sind die beiden Wirkstoffe optimal aufeinander abgestimmt.
Panthenol
Panthenol ist ein bewährter Pflegewirkstoff, der seit Langem in Wund- und Heilsalben eingesetzt wird. Es ist die Vorstufe von Vitamin B5 und bindet Feuchtigkeit. Früher aus der medizinischen Pflege bekannt, wird Panthenol zunehmend in kosmetischen Barrier-Repair-Seren eingesetzt. Es wird oft mit Allantoin, einem Abbauprodukt der Harnsäure kombiniert, beruhigt gereizte Haut und sorgt dafür, dass diese sich schneller erholen kann.
• Hilft bei: Gereizter oder empfindlicher Haut, und geschwächter Hautbarriere.
• Anwendung: In Cremes, After-Sun-Produkten und Repair-Seren.
Tipp: Sehr gut verträglich, ideal nach Peelings oder Retinol-Anwendungen und sanft zu empfindlicher Haut.
Rizinusöl
Rizinusöl gehört zu den ältesten bekannten Pflanzenölen der Menschheitsgeschichte und wird unter seinem englischen Namen, “Castor Oil”, gerade zum Trendwirkstoff. Es wird aus den Samen der Rizinuspflanze gepresst und traditionell als Hausmittel für Haare und Wimpern benutzt. Inzwischen findet es auch Anwendung in Lippenbalsamen und Repair-Produkten. Als besonders reichhaltiges Öl bildet Rizinusöl einen schützenden Film auf der Haut, der Feuchtigkeit einschließt. Weil es sehr zähflüssig ist, wird es meist mit leichteren Ölen vermischt.
• Hilft bei: Trockenen Lippen, spröden Wimpern, rauer Haut.
• Anwendung: Bestandteil von reichhaltigen Balsamen oder Cremes. Als letzten Schritt der Pflegeroutine verwenden.
• Tipp: Pur auf die Lippen, Wimpern, Augenbrauen auftragen und über Nacht einwirken lassen.
Sheabutter
Sheabutter ist ein natürlich reichhaltiger Pflegewirkstoff, der besonders für trockene Haut geeignet ist. Sie wird aus den Samen des Sheabaums gewonnen und dient vor allem zur Pflege und Schutz der Haut. Sheabutter ist reich an Fettsäuren und Vitaminen und legt sich wie ein Schutzfilm auf die Haut und spendet intensive Feuchtigkeit.
• Hilft bei: Trockenheit und pflegebedürftiger Haut.
• Anwendung: Täglich oder nur bei Bedarf auftragen. Als sehr reichhaltiger Wirkstoff ist Sheabutter für ölige, fettige oder zu Unreinheiten neigende Haut ungeeignet.
.
• Tipp: Besonders in der kalten Jahreszeit oder auf besonders trockenen Körperpartien wie Händen und Ellbogen verwenden.
Urea (Harnstoff)
Urea ist ein natürlicher Bestandteil der Haut und trägt dazu bei, Feuchtigkeit zu binden. Außerdem hilft der körpereigene Feuchtigkeitsfaktor in höherer Konzentration bei der Entfernung abgestorbener Hautzellen. Zehn Prozent oder mehr sind in medizinischen Hautpflegeprodukten zu finden, drei bis zehn Prozent Urea eignen sich bei einer allgemein trockenen Haut.
• Hilft bei: Trockener und verhornter Haut, etwa an Ellenbogen oder Füßen.
• Anwendung: Als Cremes und Lotionen, auch in Haarpflegeprodukten als sanftes Mittel gegen Schuppen zu finden.
• Tipp: Eine Konzentration von fünf Prozent eignet sich beispielsweise für die Hände, die Füße vertragen auch zehn Prozent. Aufgesprungene Haut erst nach dem Abheilen mit höheren Konzentrationen pflegen, sonst kann es anfangs leicht brennen.
Vitamin C
Vitamin C gibt es in verschiedenen Formen, wie reine Ascorbinsäure oder stabilere Vitamin-C-Derivate. Es ist ein starkes Antioxidans, also ein Stoff, der freie Radikale unschädlich macht, welche durch UV-Strahlung und Umweltbelastung entstehen und die Hautalterung beschleunigen können. Außerdem fördert Vitamin C die Kollagenproduktion, wirkt leicht entzündungshemmend und hemmt eine übermäßige Melaninbildung. So kann es für einen strahlenderen, ebenmäßigeren Teint sorgen.
• Hilft bei: Reduzierung von Hyperpigmentierung, fahlem Teint und ersten Anzeichen der Hautalterung.
• Anwendung: Als Serum oder Creme, morgens nach der Reinigung und unter Sonnenschutz anwenden, so kann es die Haut vor Umweltbelastung durch UV und Feinstaub zu schützen.
• Tipp: Vitamin C immer lichtgeschützt und luftdicht aufbewahren, denn es ist instabil und reagiert mit Sonne und Sauerstoff. Eine Verfärbung des Produkts deutet auf eine Oxidation hin.
Vitamin E
Vitamin E ist ein fettlösliches Antioxidans, kommt natürlich in vielen Pflanzenölen vor und wird seit einiger Zeit als Pflegewirkstoff geschätzt. Es schützt die Zellen und Haut, regeneriert, sorgt für Feuchtigkeit und wirkt Hautalterung entgegen. Außerdem ist es häufig als natürlicher Konservierungsstoff in Kosmetikprodukten zu finden.
• Hilft bei: Trockener Haut, oxidativem Stress und Hautalterung.
• Anwendung: In Cremes, Öle, Seren. Bei Bedarf verwenden.
• Tipp: Vitamin E lässt sich gut mit Vitamin C kombinieren. Viele Hautpflegeprodukte enthalten diese Wirkstoffe jedoch bereits gemeinsam.
2. Die Trendwirkstoffe
Von diesen Wirkstoffen haben Sie vielleicht auf Social Media oder in der Werbung gehört. Wir klären, wie Sie Ihrer Haut helfen können.
Azelainsäure
Kommt natürlich in Getreide wie Weizen, Roggen und Gerste vor. Der Wirkstoff wird aufgrund seiner entzündungshemmenden und hautverbessernden Eigenschaften sowohl in medizinischen als auch kosmetischen Cremes eingesetzt.
• Hilft bei: Rötungen, Rosazea oder Hyperpigmentierung nach Entzündungen (Pickelmalen).
• Anwendung: Als Serum oder Creme, meist einmal täglich.
• Tipp: Gilt als sehr gut verträglich und wird häufig als sanftere Alternative zu Salizylsäure oder Retinol eingesetzt.
Polyglutaminsäure
Polyglutaminsäure (PGA) ist ein feuchtigkeitsspendender Wirkstoff, der Wasser sogar noch stärker als Hyaluronsäure in der Haut binden kann. Zusätzlich bildet er einen Film auf der Haut, der dabei hilft, den transepidermalen Wasserverlust (TEWL), also den Verlust von Wasser über der Hautfläche, zu reduzieren.
• Hilft bei: Trockenheit und fehlendem Feuchtigkeitsgehalt der Haut.
• Anwendung: Als Serum, häufig in Kombination mit Hyaluronsäure.
• Tipp: Vor allem bei trockenem Klima oder Heizungsluft nutzen, da der Feuchtigkeitsfilm lang anhält.
Polydeoxyribonukleotid (PDRN)
Polydeoxyribonukleotid, oder kurz PDRN, stammt aus der ästhetischen Medizin und wurde durch die koreanische Hautpflege noch bekannter. Der Wirkstoff wird häufig unter dem Begriff „Lachssperma“ vermarktet, da PDRN ursprünglich aus DNA-Fragmenten von Lachsen gewonnen wurde. Es gilt als Hautbooster, der die natürliche Regeneration und Hauterneuerung unterstützen kann und für ein ebenmäßiges, strahlendes Hautbild sorgt.
• Hilft bei: Stumpf wirkender Haut, fehlender Regeneration und unebenem Hautbild.
• Anwendung: Als Serum oder Ampulle, abends anwenden.
• Tipp: Als ergänzenden Booster für die bestehende Routine und bewährte Wirkstoffe wie Retinol oder Vitamin C nutzen.
Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid (NAD+)
NAD+ ist ein Coenzym, das in jeder Zelle des Körpers vorkommt und eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel spielt. Bekannt wurde der Wirkstoff unter anderem durch die Longevity-Forschung, die sich mit den Prozessen des gesunden Alterns beschäftigt. Als zellulärer Energielieferant soll NAD+ die Regeneration unterstützen und für ein frischeres, weniger müde wirkendes Hautbild sorgen.
• Hilft bei: Zeichen der Hautalterung, wie fahlem Teint und müder Haut.
• Anwendung: Als Serum, meist in Anti-Aging-Produkten zu finden.
• Tipp: NAD+ schützt vor allem die Hautoberfläche, denn aufgrund seiner Molekülgröße kann es die Hautbarriere nur eingeschränkt durchdringen. Zusätzlich Hautpflegeprodukte mit NAD+-Vorstufen wie Niacinamid, NMN oder NR verwenden.
Peptide
Peptide sind organische Moleküle aus kurzen Ketten von Aminosäuren, die als Bausteine von Proteinen wie Kollagen und Elastin dienen. In der Medizin werden Peptide in Zusammengang mit Medikamenten gerade intensiv erforscht. In der Hautpflege werden sie eingesetzt, um die Haut zu straffen und zu hydratisieren, indem sie die Produktion von Kollagen und Elastin fördern und die Regeneration unterstützen. Der Hype um Peptide ist noch relativ neu und ihre Wirkung – vor allem im experimentellen Einsatz – teilweise umstritten, aber die Resultate sind teils sehr vielversprechend.
• Hilft bei: Feinen Linien und Falten, empfindlicher Haut, Trockenheit.
• Anwendung: Als ersten Schritt der Pflege verwenden und einige Minuten einziehen lassen, bevor das nächste Produkt aufgetragen wird.
• Tipp: Es gibt sehr unterschiedliche Peptide mit verschiedenen Eigenschaften, die jeweils andere Funktionen in der Hautpflege übernehmen können.