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Kaum ein Mantel schafft es, so funktional und so elegant gleichzeitig auszusehen wie ein Trenchcoat. Er funktioniert über einem Business-Look genauso selbstverständlich wie zu Jeans und Sneakern und kann ein schlichtes Outfit mit wenigen Handgriffen „angezogener” wirken lassen. Dabei ist der Trenchcoat längst nicht mehr nur der beigefarbene Klassiker, den Audrey Hepburn als Holly Golightly in „Breakfast at Tiffany’s” zum Mode-Phänomen machte.
Was macht einen klassischen Trenchcoat eigentlich aus?
Seinen Ursprung hat der Trenchcoat ausgerechnet beim Militär. Schon sein Name verweist darauf: „Trench“ bedeutet auf Englisch Schützengraben. Zu seinen charakteristischen Details gehören traditionell eine zweireihige Knopfleiste mit sechs bis zehn Knöpfen, ein Taillengürtel, Schulterriegel sowie der sogenannte Koller – eine zusätzliche Stofflage über der Schulterpartie, die ursprünglich dafür sorgte, dass Regenwasser besser ablaufen konnte.
Untrennbar mit der Geschichte des Mantels verbunden ist Burberry. Ende des 19. Jahrhunderts entstand unter Thomas Burberry Gabardine, ein robustes, wasserabweisendes und zugleich atmungsaktives Gewebe. Seine heute so typischen Details erhielt der Trenchcoat schließlich im Zuge seiner Nutzung durch das britische Militär.
Hollywood machte den Mantel schließlich zur Projektionsfläche unterschiedlichster Charaktertypen: Er verlieh Detektiven und Geheimagenten Autorität, Gangstern eine bedrohliche Eleganz, konnte aber ebenso zwielichtige oder gesellschaftlich unangepasste Figuren markieren. Zeitweise wurde er sogar zum stereotypen Kleidungsstück von Rüpeln und Exhibitionisten.
Heute hat der Trenchcoat den Status des unkontestierten Modeklassikers und All-Time-Must-Haves – danke, Holly! –, der nie wirklich aus der Mode kommt, sich aber ständig neu erfindet.
Von bodenlangen Oversized-Modellen über kurze Varianten bis zum hochgeschlossenen Funnel Neck: Die Auswahl ist heute so groß wie nie. Doch welcher Trenchcoat passt zu welchem Stil? Und woran erkennt man ein Modell, an dem man länger als eine Saison Freude hat? Unser Shopping-Guide zeigt die fünf wichtigsten Varianten – und worauf es beim Kauf ankommt.
1. Der zeitlose Klassiker
Wer einen Trenchcoat sucht, der auch in zehn Jahren noch funktioniert, ist mit der klassischen Variante gut beraten. Sie reicht ungefähr bis zum Knie, ist zweireihig geknöpft und wird mit einem Gürtel in der Taille zusammengehalten. Beige, Sand, Khaki und Camel gehören zu den Farben, die am wenigsten von Trends abhängig sind.
Beim Kauf lohnt sich ein genauer Blick auf die Proportionen. Der Mantel sollte geschlossen genug Platz für einen Pullover oder Blazer bieten, ohne an den Schultern zu spannen. Wer den Trench häufig zum Business-Look tragen möchte, sollte deshalb nicht zu knapp kaufen. Auch die Länge ist entscheidend: Ein Modell rund um Kniehöhe ist besonders vielseitig und lässt sich sowohl zu Hosen als auch zu Röcken und Kleidern kombinieren.
2. Der lässige Oversized-Trench
Der klassische Trench bekommt ein modisches Update, wenn er einige Zentimeter länger und deutlich weiter wird. Maxi-Trenchcoats können bis zu den Knöcheln reichen, Oversized-Modelle kommen zusätzlich mit großzügigen Ärmeln, überschnittenen Schultern und viel Volumen daher.
Damit die Figur nicht komplett unter dem Mantel verschwindet, kommt es auf die Balance an. Bei kleinen Frauen kann ein extrem langer und gleichzeitig sehr weiter Trench schnell überwältigend wirken. Eine etwas schmalere Silhouette oder ein Modell, das einige Zentimeter über dem Knöchel endet, kann hier harmonischer sein. Der Gürtel ist außerdem ein praktisches Styling-Tool: Offen getragen wirkt der Oversized-Trench lässig, in der Taille gebunden bekommt die voluminöse Silhouette direkt mehr Kontur.
3. Der moderne Cropped Trench
Was passiert, wenn man dem Trenchcoat einen großen Teil seiner Länge nimmt? Aus dem Mantel wird eine Jacke, doch die charakteristischen Details bleiben. Cropped Trenchcoats enden meist auf Hüft- oder Taillenhöhe und spielen häufig mit einem kastigen Schnitt, breiten Revers und voluminösen Ärmeln.
Es lohnt sich beim Styling auf die Proportionen zu achten: Zu einer hoch geschnittenen Hose oder einem Midirock kann die kurze Jacke die Taille optisch betonen und die Beine länger erscheinen lassen. Besonders zeitlos ist diese Variante allerdings nicht. Wer nur einen einzigen Trenchcoat kaufen möchte, ist mit dem Klassiker besser beraten. Als Ergänzung einer bereits gut ausgestatteten Garderobe bringt der Cropped Trench dagegen einen modernen Twist in bekannte Looks.
4. Der robuste Leder-Trenchcoat
Wer beim Wort Trenchcoat nicht automatisch an Beige denken möchte, findet im Ledermodell eine ausdrucksstarke Alternative. In Schwarz wirkt es cool und minimalistisch, Dunkelbraun bringt einen Hauch 70er-Jahre in die Garderobe, während Bordeaux eine elegante Alternative zu klassischen Neutralfarben sein kann.
Da Leder bereits optisch viel Präsenz besitzt, darf die Silhouette etwas reduzierter ausfallen. Beim Kauf sollte das Material im Mittelpunkt stehen: Es sollte geschmeidig fallen und genügend Bewegungsfreiheit bieten. Gerade bei langen Modellen spielt auch das Gewicht eine Rolle – ein Mantel kann noch so schön sein, wenn er nach einer Stunde unangenehm schwer auf den Schultern liegt, wird er vermutlich selten getragen.
5. Der Funnel Neck Trenchcoat: der Neue
Der Funnel Neck Trench ist die derzeit spannendste Neuinterpretation des Klassikers. Sein Erkennungsmerkmal ist der hohe, trichterförmige Kragen, der geschlossen bis an den Hals reicht. Statt des bekannten offenen Revers entsteht so eine cleane, beinahe skulpturale Silhouette.
Beim Anprobieren sollte man vor allem den Kragen testen: Er darf Struktur besitzen, sollte aber weder am Hals scheuern noch beim Sitzen unangenehm gegen Kinn oder Gesicht drücken. Wer maximale Wandelbarkeit möchte, achtet darauf, dass sich der Kragen auch offen tragen lässt. Besonders elegant wirken Funnel-Neck-Modelle in zurückhaltenden Farben und aus festeren Stoffen, die die markante Form des Kragens unterstützen.
Worauf sollte man beim Kauf eines Trenchcoats achten?
Unabhängig vom Schnitt entscheidet vor allem das Material darüber, ob aus einem spontanen Kauf ein langjähriger Garderobenbegleiter wird. Traditionell wird der Trenchcoat aus Gabardine gefertigt. Das Gewebe ist robust, wasserabweisend und atmungsaktiv – Eigenschaften, die erklären, warum es sich für den Mantel seit mehr als einem Jahrhundert bewährt. Auch Modelle aus hochwertiger Baumwolle oder Leinen können eine Alternative sein. Ebenso lohnt es sich, Verarbeitung und Details genau anzusehen: Sind die Nähte sauber? Sitzen Knöpfe und Schnallen fest? Lässt sich der Mantel problemlos schließen? Und fällt der Stoff auch dann schön, wenn der Trench offen getragen wird? Schließlich ist gerade seine Vielseitigkeit das Argument dafür, lieber einmal sorgfältig auszuwählen. Wer investieren möchte, muss zudem nicht zwingend neu kaufen. Gerade Trenchcoats eignen sich hervorragend für den Vintage-Kauf. Neben Burberry finden sich auf dem Secondhand-Markt hochwertige Modelle, etwa von Max Mara, Ralph Lauren oder Dorothee Schumacher.
Das Erfolgsgeheimnis des Trenchcoats: Seine Grundidee bleibt dieselbe, während Mode immer wieder neue Versionen daraus entwickelt. Mal wird er kürzer, mal länger, aus Leder gefertigt oder bis zum Hals geschlossen. Und manchmal kommen auch all diese Schnitte zusammen. Der beste Trench ist deshalb nicht unbedingt der momentan angesagteste, sondern derjenige, den man auch dann noch gerne aus dem Schrank holt, wenn die nächste Neuvariante auf den Laufstegen angekommen ist.