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Noch vor wenigen Jahren war Kreatin fest in der Welt von Bodybuildern verankert. Heute taucht es in Podcasts, auf TikTok und in der Beauty-Fitness-Szene auf – und wird zunehmend auch Frauen empfohlen. Der Grund: Kreatin ist eines der am besten erforschten Supplements überhaupt – mit Effekten, die weit über reinen Muskelaufbau hinausgehen.
Was ist Kreatin überhaupt?
Kreatin ist eine körpereigene Substanz, dessen Produktion hauptsächlich in der Leber stattfindet. Circa ein bis zwei Gramm täglich werden dann in den Muskeln gespeichert dienen dort als schnelle Energiequelle. Besonders bei kurzen, intensiven Belastungen – etwa beim Krafttraining oder Sprinten – spielt es eine zentrale Rolle. Durch zusätzliche Einnahme – entweder über natürliche Nahrungsquellen, wie Fleisch und Fisch oder Supplements – lassen sich die Speicher erhöhen. Das Ergebnis ist eine bessere Leistung beim Training, ebenso wie eine schnellere Regeneration und allgemein mehr Kraft.
Warum jetzt der Hype bei Frauen?
Lange hielt sich das Vorurteil, Kreatin mache „massig“ oder führe zu unerwünschter Gewichtszunahme. Tatsächlich ist das nicht der Fall. Studien (zum Beispiel von Smith Ryan, et.al, University of North Carolina, 2021) zeigen vielmehr: Frauen profitieren ähnlich stark wie Männer, allerdings mit leicht anderen Effekten. Kreatin führt hier zu einer strafferen, definierteren Muskulatur, anstatt von „Bulking“. Es liefert Unterstützung bei Hormonbalance und Energielevel – gerade in Phasen von Stress, Schlafmangel oder hormonellen Schwankungen (zum Beispiel Zyklus, PMS, Menopause) wird Kreatin zunehmend diskutiert. Ernährungsexpertin Dr. Dorothea Portius meint: „Sind die Kreatinspeicher niedrig, fehlt dem Körper ein wichtiger Energiepuffer.“ Besonders bei Frauen ab fünfzig Jahren, bei denen der Muskelabbau begonnen hat, kann Kreatin sehr hilfreich sein, da es die Knochengesundheit unterstützt, sowie den Muskelerhalt. Auch bewirkt der Stoff eine Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit. Menschen, die sich pflanzenbasiert ernähren, weisen oft eine niedrige natürliche Kreatinreserve auf, da dies „praktisch ausschließlich über Fleisch und Fisch aufgenommen wird“, so Dr. Portius – daher profitieren auch sie von einem Kreatin-Supplement.
Wie nimmt man Kreatin richtig ein?
Die klassische Empfehlung ist simpel: die Tagesdosis beträgt ca. 3-5 Gramm, unabhängig vom Training. Frau Dr. Portius empfiehlt: Kreatin bereits in das morgendliche Frühstück einarbeiten, zum Beispiel in Porridge oder Joghurt für den Powerstart in den Tag. Wichtig ist hierbei Konstanz – die Wirkung baut sich über Wochen auf.
Worauf sollte man achten?
Nicht jedes Produkt ist gleich gut. Natürlich ist reines Kreatin-Monohydrat als möglichst feines Pulver (für bessere Löslichkeit) am empfehlenswertesten. Wer jedoch lieber Kapseln oder sogar Gummies einnimmt, findet ebenfalls einige Möglichkeiten – wichtig ist es hierbei, auf die Zusatzstoffe zu achten.
Gibt es Nebenwirkungen?
Kreatin gilt als sehr sicher, solange es korrekt dosiert wird. Möglich Effekte bei Überdosierung ist eine Magenempfindlichkeit, dies kommt jedoch selten vor. Ausreichend zu trinken neben der Einnahme ist hierbei besonders wichtig.
Fazit: Sinnvoll oder nur ein Trend?
Kreatin ist kein kurzfristiger Hype, sondern eines der wenigen Supplements mit klar belegter Wirkung. Für alle Frauen, die entweder regelmäßig trainieren, ihre Leistung steigern wollen oder allgemein Wert auf einen gesunden Körper legen, kann Kreatin ein einfacher, effektiver Baustein sein. Der eigentliche Gamechanger ist dabei nicht das Produkt selbst – sondern die Konsequenz, mit der man es nutzt.