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Eine Studie der Stanford Universität aus dem Jahr 2024 erwies, dass wir nicht linear und gleichmäßig altern, sondern in steilen Schritten. 108 Personen zwischen 25 und 75 Jahren wurden jahrelang begleitet und gaben in regelmäßigen Abständen Proben ab. Unter anderem wurde das Mikrobiom, also die Gesamtheit der menschlichen Mikroorganismen des menschlichen Körpers, untersucht, was Hinweise auf die Funktion des Immunsystems und die Darmflora geben kann. Der Abfall dieser Funktionen weißt auf Alterung hin – und wurde besonders stark zu zwei Lebensjahren festgestellt.
Wann altern wir schubweise?
Das erste Mal mit Mitte 40, das zweite Mal mit etwa 60 Jahren altern Menschen in Schüben. Das betrifft nicht nur Frauen, die gleichzeitig durch die Menopause gehen, sondern ebenso Männer zum gleichen Zeitpunkt.
Wenn man nicht nur Alkohol, sondern auch fettige Speisen und Koffein weniger zu vertragen scheint, dann kann dies mit dem ersten „Alterungsschub“ Mitte 40 zu tun haben. Denn um diese Zeit verlangsamt sich der Stoffwechsel, der für die Verarbeitung dieser Stoffe verantwortlich ist. Außerdem nimmt die Herz-Kreislauf-Funktion ab, was zu einer geringeren Belastungsfähigkeit bei Stress oder sportlichen Aktivitäten führt.
Mit 60 Jahren wurden andere Faktoren festgestellt, die uns das Gefühl geben können, über Nacht um Jahrzehnte gealtert zu sein: Kohlenhydrate werden langsamer verarbeitet, was weniger Energie zu Folge hat. Außerdem reguliert sich das Immunsystem weniger erfolgreich, man wird öfter krank und Autoimmunkrankheiten zeigen sich besonders stark. Freie Radikale, das heißt toxische Moleküle, die unsere Zellstruktur angreifen und durch negative Umwelteinflüsse verstärkt werden können, werden von Immunsystemen in diesem Alter langsamer bekämpft. Dies kann zu oxidativem, also zellschädlichen Stress und langfristig zu chronischen Erkrankungen oder sogar Krebs führen.
So wird die Alterung schon früher deutlich
Neben den gesundheitlichen Folgen dieser Altersschübe, werden auch optische Anzeichen des Älterwerdens deutlich. Dadurch, dass Muskulatur schneller abbaut und auch schwerer wieder aufbaut, werden nicht nur Körperpartien weicher, sondern auch die Gesichtsmuskulatur erschlafft zunehmend. Außerdem sinkt die Kollagenproduktion und generelle Zellproduktion rapide, was ebenso zu stärkeren Zeichen der Hautalterung führt – und dies schon früher als mit Mitte 40.
Die optischen Zeichen des Alterns
Aus dermatologischer Sicht existieren somit nicht nur zwei Schübe, sondern insgesamt vier: Ende 20, Ende 30, Mitte 40 und in den 60ern. Doch es gibt Wege, den Zeichen der Hautalterung zu diesen „Spikes“ des Älterwerdens entgegenzuwirken:
Die Kollagenproduktion sinkt bereits ab etwa 25 kontinuierlich, was zu schwindendem Volumen in der Gesichtserscheinung führt. Dem kann mit Kollagensupplements, beispielsweise als Getränke-Puder, und der regelmäßigen Anwendung von Retinol entgegengewirkt werden.
Ab Ende 30 schreitet der Volumenverlust so weit fort, dass sich Falten, gerade um Mund und Augen herum, vertiefen und die Gesichtshaut insgesamt schlaffer wird. Regelmäßige Behandlungen sollten jetzt ergänzend zu regelmäßigen Vitamin-A-Anwendungen hinzugezogen werden, um tiefergehende Alterserscheinungen abzumildern. Beispielsweise regelmäßige PRP-Injektionen, also die Hautbehandlung mit körpereigenem Blutplasma, oder Hyaluronfiller, die das Hautbild ausbalancieren, können den Altersschub in den späten 30ern verlangsamen.
Wenn die Haut ab Mitte 40 immer texturierter wird und sich die Gesichtszüge verändern, also beispielsweise Tränensäcke verstärkt hervortreten und die Lippen an Volumen verlieren, können minimalinvasive Behandlungen wie Microneedling oder Botox Abhilfe verschaffen. Doch viel hilft nicht viel! Um die Haut nicht zu überstrapazieren, sollte man sich für eine Methode entscheiden und dabeibleiben.
Ab 60 haben die nicht- oder minimal-invasiven Behandlungen kaum noch eine sichtbare Wirkung. Um nachhaltige Effekte zu erzielen, können chirurgische Eingriffe, wie beispielsweise Facelifts hilfreich sein. Dabei sollte man sich jedoch im klaren darüber sein, dass dies Gefahren, Schmerzen und einen langfristigen Heilungsprozess bedeutet, der häufig ein unnatürliches Ergebnis hervorbringt.
Es ist gesünder, das Leben lang auf eine ausgewogene Ernährung, genügend Wasser und Schlaf zu achten und keinen Jojo-Diäten mit rapidem Gewichtsverlust zu folgen, um den Anzeichen der Hautalterung entgegenzuwirken. Denn Altern muss nicht unterdrückt werden, vielmehr sollte man darauf bedacht sein, körperlich und mental gesund zu altern. Und dabei immer den Leitsatz im Kopf behalten: Altern, auch in Schüben, ist ein Privileg.