Der Feminist, Psychologe und große Comic-Fan William Moulton Marston empfand es als Fehler, dass in der Welt der Superhelden keine Heldinnen vorkamen und erfand 1941 die Amazonenprinzessin Wonder Woman. Sie trägt zu ihrer roten Corsage und dem besternten Minirock zwei silberne Armspangen, mit denen sie Geschosse abwehren kann, allerdings verliert sie alle Superkräfte, wenn ein Mann ihre „Bracelets of Submission“ aneinanderkettet. Frauenpower via Handgelenk?
Klingt unglaublich, doch schon die alten Ägypter trugen breite Cuffs an beiden Armen, geschmückt mit Edelsteinen und eingravierten Hieroglyphen. Cleopatra und Nefertiti wurden oft mit opulenten Goldspangen abgebildet. In der keltischen Kultur zeigen männliche Krieger mit silbernen Reifen ihren Adel und die damit verbundene Machtposition, im antiken Rom werden goldene Armspangen an verdiente Soldaten verliehen. Die prunkvollen, emaillierten Goldspangen im Krönungsornat von Kaiser Barbarossa aber stellten im Mittelalter alles in den Schatten, was die Antike je an Statussymbolen für das Handgelenk der Männer ersann.
All dies inspirierte Coco Chanel, Arm Cuffs als sichtbares Zeichen ihrer Unabhängigkeit anzulegen. Ihr Freund, der Juwelenzauberer Fulco di Verdura entwarf für sie zwei Spangen im byzantinischen Stil mit Malteserkreuzen, die sie selbstbewusst zu allem und überall trug. Am Strand, zur Abendrobe und immer als Paar. Wie Elsa Peretti Jahre später ihre Bone Cuffs, die vielleicht nicht zufällig zum Bestseller wurden. Zwei Schwestern im Geiste – Wonderwomen bis heute.
Rüstet euch! Die Geschichte der Armspange
Vom Statussymbol über den Krönungsornat bis zu Wonder Woman: Die Armspange hat eine steile Karriere hingelegt