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People Pleasing: So wird Ihnen egal, was andere denken

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Immer allen gefallen? People Pleaser sagen selten „Nein“ – doch das kann anstrengend werden. Wie Sie aus der Falle herauskommen und endlich Ihre eigenen Grenzen setzen!

Obwohl Sie eigentlich schon völlig überlastet sind, übernehmen Sie dann doch noch das Projekt vom Kollegen – und ärgern sich hinterher über sich selbst. Kennen Sie das? Gelegentlich passiert so was jedem. Wer es anderen aber ständig recht machen will, und das im Zweifel auch zulasten der eigenen Bedürfnisse, könnte ein Problem mit People Pleasing haben. Das Bedürfnis, jedem zu gefallen, ist weit verbreitet, besonders unter Frauen. Doch warum fällt es uns so schwer, Grenzen zu setzen? Und wie gelingt es, sich davon zu lösen?

Was ist People Pleasing?

People Pleaser haben ein Hauptziel: Sie möchten gemocht werden. Deshalb überschlagen sie sich oft vor Freundlichkeit, sind übermäßig hilfsbereit, schultern jede Last, ob bei der Arbeit oder in der Familie, und sagen zu so gut wie allem „Ja“, selbst wenn sie eigentlich „Nein“ meinen.

Beispiele für People Pleasing gibt es viele:

  • Eine Kollegin bittet Sie, ihre Präsentation zu übernehmen, obwohl Sie selbst schon im Stress sind. Anstatt abzulehnen, sagen Sie trotzdem „Ja“.
  • Im Restaurant gibt es eine falsche Bestellung, aber statt das Essen zurückzugeben, essen Sie es schweigend, um keine Umstände zu bereiten.
  • Ein Freund ruft an und braucht dringend Hilfe. Obwohl Sie selbst völlig erschöpft sind, springen Sie sofort ein.

Sofortige Anerkennung, langfristige Folgen

Kurzfristig erreichen People Pleaser ihr Ziel, gemocht zu werden, oft tatsächlich. Langfristig führt dieses Verhalten jedoch nicht nur zu persönlichem Stress, Frust und dem Gefühl, ausgenutzt zu werden, sondern kann auch auf Ablehnung im Umfeld stoßen. Viele empfinden People Pleaser als unehrlich und wenig authentisch – das schafft Misstrauen. Am Ende belastet übermäßiges Gefallenwollen die meisten Beziehungen, ob freundschaftlich oder romantisch. Denn Nähe funktioniert nur, wenn beide Seiten ihre Bedürfnisse und Vorstellungen klar kommunizieren. Sonst lernt man sich nie wirklich kennen.

Warum sind manche Menschen People Pleaser?

People Pleasing hat meist eine tiefere Ursache. Oft entwickelt sich dieses Verhalten bereits in der Kindheit, etwa durch eine besonders strenge Erziehung oder sogar Traumata. Bei Gefahr reagieren Menschen nämlich nicht nur mit Kampf oder Flucht. Wenn diese beiden Optionen ausscheiden, etwa weil man als Kind hilflos oder als Frau körperlich unterlegen ist, bleibt eine dritte typische Schutzreaktion: den Angreifer zu beschwichtigen. Doch nicht jede Harmoniesucht hat einen düsteren Ursprung. 

Hier sind einige häufige Ursachen:

  • Angst vor Ablehnung: Viele People Pleaser glauben, dass sie nur geliebt werden, wenn sie sich anpassen.
  • Erziehung: Wer als Kind für gutes Benehmen belohnt wurde, entwickelt oft eine starke Fixierung darauf, anderen zu gefallen.
  • Perfektionismus: Der Wunsch, es immer „richtig“ zu machen, führt dazu, dass eigene Bedürfnisse zurückgestellt werden.zz
  • Geringes Selbstwertgefühl: Wer sich selbst nicht genug wertschätzt, sucht Bestätigung von außen und hofft, durch Gefälligkeiten geliebt zu werden.
  • Angst vor Konflikten: Manche fürchten Streit so sehr, dass sie lieber nachgeben, als für sich selbst einzustehen.
Häufig stecken Angst vor Ablehnung, Perfektionismus oder Erziehungsmuster hinter dem Bedürfnis, es anderen recht zu machen. (Foto: Freddy Persson)

Fünf Tipps gegen People Pleasing:

Die gute Nachricht: Wenn Sie zu People Pleasing neigen, können Sie durchaus etwas dagegen tun. Hier fünf Tipps, wie Sie sich von der Meinung anderer weniger beeinflussen lassen:

1. Das Problem erkennen

Der erste Schritt ist, sich bewusst zu machen, wann und warum Sie sich so verhalten. Stellen Sie sich die folgenden Fragen:

  • In welchen Situationen sagen Sie „Ja“, obwohl Sie „Nein“ meinen?
  • Welche Gefühle stecken dahinter? Haben Sie Angst, abgelehnt zu werden?
  • Wie fühlen Sie sich nach solchen Situationen – erleichtert oder eher frustriert?

Tagebuch zu führen kann helfen, Muster zu erkennen. Sobald Sie verstehen, warum Sie so handeln, können Sie gezielt daran arbeiten, es zu ändern.

2. Nein sagen lernen und sich selbst priorisieren

„Nein“ ist ein vollständiger Satz. Trotzdem fällt es vielen schwer, ihn auszusprechen. Dabei kann es helfen, sich bewusst zu machen, dass jedes Ja zu anderen ein Nein zu sich selbst ist.

Kleine Strategien machen es leichter:

  • Statt sofort „Ja“ zu sagen, gewinnen Sie Zeit: „Ich überlege es mir und gebe dir später Bescheid.“
  • Bleiben Sie höflich, aber bestimmt: „Danke, dass du mich fragst, aber das passt für mich gerade nicht.“

3. Unwohlsein aushalten

People Pleaser fürchten oft, dass andere verärgert reagieren, wenn sie Grenzen setzen. Doch meist passiert genau das nicht. Und wenn doch? Dann zeigt es, dass diese Beziehungen unausgewogen waren. Unangenehme Gefühle auszuhalten, gehört zum persönlichen Wachstum dazu und sorgt am Ende für mehr Ruhe im Kopf anstelle stressiger Gedanken.

4. Authentizität statt Anpassung

Sich zu verstellen, um anderen zu gefallen, ist anstrengend und auf Dauer ungesund. Authentizität mag im ersten Moment manchmal anecken, wird aber von den meisten Menschen geschätzt. Der zusätzliche Vorteil: Wer sich nicht ständig verstellt, zieht Menschen an, die wirklich zu ihm passen, und schafft damit die Basis für angenehmere und dauerhaftere Beziehungen.

5. Klein anfangen

Seien Sie nicht zu hart mit sich selbst (denn das ist oft auch ein Grund für People Pleasing). Statt sofort alles anders zu machen, starten Sie mit kleinen Schritten:

  • Äußern Sie eine eigene Meinung, auch wenn sie von der Gruppe abweicht.
  • Bitten Sie um etwas – sei es ein Platz am Fenster oder eine Pause zwischendurch.
  • Lehnen Sie eine kleine Bitte ab, die Ihnen nicht wirklich wichtig ist.

Jeder Erfolg stärkt Ihr Selbstvertrauen. Und mit der Zeit wird Ihnen wirklich egal, was andere denken, weil Sie sich selbst genug sind.

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