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Die Awards-Saison ist eröffnet und Hollywood bereitet sich langsam auf die glamouröseste Nacht des Jahres vor. Noch bevor die Academy of Motion Picture Arts and Sciences die begehrten Trophäen überreicht, lassen sich viele der aussichtsreichsten Filme des Jahres 2026 bereits ganz entspannt vom Sofa aus erleben. Streaming macht es möglich – ob opulentes Epos, intimes Charakterdrama oder ästhetisch gewagtes Autorenkino: Wir zeigen, welche Oscar-nominierten Filme Sie jetzt zu Hause schauen können.
1. Vampir-Horrorfilm: „Blood & Sinners“
So viele Nominierungen wie noch nie zuvor: In ganzen 16 Kategorien hat der Film „Blood & Sinners“ in diesem Jahr die Chance, einen Oscar zu gewinnen, unter anderem als „Bester Film“ oder mit Michael B. Jordan als „bester Hauptdarsteller“.
Worum geht es? Die Zwillingsbrüder Smoke und Stack kehren nach Jahren in der Gangsterwelt von Chicago in ihre Heimatstadt Clarksdale, Mississippi, zurück. Dort wollen sie mit dem verdienten Geld einen Juke Joint eröffnen — einen Nachtclub, der als Ort der Musik, Gemeinschaft und Hoffnung dienen soll. Doch schon bei der Eröffnung schlägt die Stimmung um: aus lebendiger Blues-Atmosphäre wird schnell blutige Realität, als Vampire auftauchen und die Gemeinde bedrohen. Regisseur Ryan Coogler verwebt in diesem Setting klassische Horrorelemente mit historischen Themen wie Rassismus, wirtschaftlichen Herausforderungen und kultureller Selbstbestimmung der Schwarzen Bevölkerung im Süden der USA. Michael B. Jordan übernimmt dabei gleich mehrere Rollen, darunter die der beiden Brüder.
Wo kann man den Film schauen? WOW, Amazon Prime Video
2. Sci-Fi-Satire: „Bugonia“
Mit „Bugonia“ meldet sich Giorgos Lanthimos zurück – und liefert erneut ein Werk, das zwischen schwarzem Humor, Gesellschaftsanalyse und verstörender Poesie oszilliert. Nach seinen internationalen Erfolgen zählt auch dieser Film zu den meistdiskutierten Titeln der Saison.
Worum geht es? Im Zentrum steht eine einflussreiche Unternehmerin, die von zwei Verschwörungsgläubigen entführt wird. Ihre irrationale Überzeugung: Die erfolgreiche Geschäftsfrau sei in Wahrheit eine außerirdische Spezies, die die Erde kolonisieren wolle. Was zunächst wie eine absurde Prämisse klingt, entwickelt sich unter Lanthimos’ Regie zu einer ebenso bitterbösen wie klugen Parabel über Macht, Manipulation und die fragile Grenze zwischen Wahrheit und Wahn. Wie so oft seziert Lanthimos mit kühler Präzision gesellschaftliche Dynamiken – hier vor allem toxische Männlichkeit, paranoide Weltbilder und das Bedürfnis nach einfachen Erklärungen in komplexen Zeiten.
Wo kann man den Film schauen? Amazon Prime Video, Apple TV
3. High-Octane-Drama: „F1“
Mit seinem Adrenalin-geladenen Rennsport-Epos „F1“ schickt Joseph Kosinski (Top Gun: Maverick, Tron: Legacy) den Zuschauer direkt in die pulsierende Welt der Formel-1-Elite und bringt dabei Hollywood-Spektakel mit echter Renn-Realität zusammen.
Worum geht es? Im Zentrum steht Sonny Hayes (gespielt von Brad Pitt), einst ein strahlender Shooting-Star der Formel 1, dessen Karriere nach einem schweren Unfall vor über drei Jahrzehnten jäh endete. Jetzt, weit entfernt von glitzernden Podien, verdient er sein Geld als Gelegenheitsfahrer und Taugenichts, bis ein alter Weggefährte ihn zu einem Comeback überredet. Ruben Cervantes, ehemaliger Teamkollege und inzwischen Besitzer eines im Abstieg befindlichen Rennstalls, bittet Sonny, zurückzukehren und das Team APXGP aus der Krise zu führen. An seiner Seite: der junge, temperamentvolle Rookie Joshua Pearce, dessen Ehrgeiz und Tempo Hayes zugleich motivieren wie herausfordern. Gemeinsam navigieren sie durch den erbarmungslosen Rhythmus der Formel-1-Saison – ein Ringen um Geschwindigkeit, Anerkennung und persönliche Erlösung, bei dem Teamgeist ebenso zählt wie technisches Können.
Wo kann man den Film schauen? Amazon Prime Video, Apple TV
4. Gothic-Drama: „Frankenstein“
Mit seiner Neuinterpretation von „Frankenstein“ widmet sich Guillermo del Toro einem Stoff, der wie geschaffen scheint für seine Handschrift. Der mexikanische Regisseur verschafft dem Klassiker von Mary Shelley eine neue, visuell überwältigende Dimension und rückt dabei einmal mehr die Kreatur ins Zentrum, nicht den Schrecken.
Worum geht es? Basierend auf dem 1818 erschienenen Roman erzählt der Film die Geschichte des ambitionierten Wissenschaftlers Victor Frankenstein, der besessen davon ist, den Tod zu überwinden. In einem waghalsigen Experiment erschafft er künstliches Leben – doch das von ihm geschaffene Wesen wird von der Gesellschaft verstoßen und von seinem Schöpfer im Stich gelassen. Del Toros „Frankenstein“ ist kein reines Schauermärchen, sondern ein melancholisches Drama über Hybris, Verantwortung und das Menschliche im vermeintlichen Monster.
Wo kann man den Film schauen? Netflix
5. Polit-Thriller: „One Battle After Another“
Einer der spannendsten Oscar-Anwärter des Jahres trägt eine unverkennbare Handschrift: Paul Thomas Anderson meldet sich mit „One Battle After Another“ zurück, einem ebenso dichten wie zeitgeistigen Polit-Thriller, der als ernstzunehmender Kandidat für die großen Kategorien gehandelt wird.
Worum geht es? Der Film folgt einer ehemaligen Aktivistin der 1970er-Jahre, die unter neuer Identität ein zurückgezogenes Leben führt – bis sie von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Als ihre erwachsene Tochter ins Visier jener radikalen Gruppierung gerät, mit der die Mutter einst selbst verbunden war, beginnt ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Schuld, Loyalität und politischer Ideologie. Was als persönliche Geschichte von Mutter und Tochter beginnt, weitet sich zu einem vielschichtigen Panorama über Radikalisierung, Verantwortung und die Langzeitfolgen politischer Gewalt.
Wo kann man den Film schauen? HBO Max, Amazon Prime Video, Apple TV
6. Literaturverfilmung: „Train Dreams“
Mit „Train Dreams“ findet die gefeierte Novelle von Denis Johnson ihren Weg auf die Leinwand, unter anderem nominiert als „bester Film“ und „bester Song“ – den gleichnamigen Titelsong schrieb Komponist Bryce Dessner gemeinsam mit Nick Cave.
Worum geht es? Im Zentrum steht Robert Grainier, ein einfacher Tagelöhner im Nordwesten der USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er arbeitet beim Bau der Eisenbahnlinien, fällt Wälder, zieht mit den Jahreszeiten weiter – ein Mann weniger Worte, dessen Leben von harter körperlicher Arbeit und stiller Beobachtung geprägt ist. Als ein verheerender Brand sein privates Glück zerstört, gerät Grainiers Welt aus den Fugen. Zurück bleibt ein Leben zwischen Einsamkeit und Erinnerung, während sich um ihn herum das Land rasant verändert: Industrialisierung, Fortschritt, die Auslöschung unberührter Natur. „Train Dreams“ erzählt von Verlust und Vergänglichkeit und davon, wie ein einzelnes, scheinbar unspektakuläres Leben doch eine ganze Epoche spiegeln kann.
Wo kann man den Film schauen? Netflix