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Muss ich…jetzt auch Männer hassen?

Muss ich…jetzt auch Männer hassen? Muss ich…jetzt auch Männer hassen?
Der Fall „Christian Ulmen und Collien Fernandes“ bewegt derzeit ganz Deutschland und wirft für viele Frauen unweigerlich eine grundlegende Frage auf: Wie soll man Männern gegenüber noch vertrauen? (Foto: Getty Images)

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Was extrem klingt, ist für viele Frauen die direkte Reaktion auf tägliche Gewalt

Muss ich jetzt auch Männer hassen? Ja. Zack, Artikel beendet! Was für manche kontrovers klingen mag, war mein erster Impuls als Antwort auf diese Fragestellung. Doch die Frage, ob man Männer heutzutage hassen „muss“, entsteht nicht im luftleeren Raum. Rund 35 Prozent aller Frauen sind mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexueller Gewalt betroffen. Jede zweite Frau in Deutschland hat schon psychische Gewalt und jede fünfte Frau bereits körperliche Gewalt in einer (Ex-)Partnerschaft erlebt – also in einer Beziehung mit Männern, die sie vermeintlich lieben. Glaubt man den Statistiken, ist es jedenfalls keine Frage, ob Männer uns hassen.

Wer sich unter Frauen umhört, stößt unweigerlich auf Geschichten von Gewalt, Erniedrigung und Traumata. Körperliche Gewalt, psychische Gewalt, Übergriffe, und auch „nur“ dumme Sprüche häufen sich und führen dazu, dass wir uns in einer Welt, in der uns der Feminismus scheinbar schon so viel Freiheit erkämpft hat, trotzdem oft unsicher fühlen. Inzwischen schlummert die Gefahr auch digital – das zeigte jüngst der Fall von Moderatorin Collien Fernandes, die ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vorwirft, er habe Fake-Profile mit pornografischen Inhalten über sie erstellt, mithilfe von Deepfakes.

Wenn man all das zusammennimmt, erscheint der Gedanke, dass Männer Frauen hassen, nicht mehr bloß als polemische Übertreibung. Es ist ein Muster, dass sich immer wieder bestätigt. „Nicht alle Männer“ – ja. Aber immer Männer. Vielleicht ist es gerade diese Spannung, die so schwer auszuhalten ist. Einerseits: Verallgemeinerungen sind wohl ungerecht. Andererseits häufen sich die Erfahrungen in einer Weise, die es fast unmöglich macht, sie nur als Ausnahmen abzutun. Wenn Angst zum ständigen Begleiter wird, wenn Vorsicht zur Gewohnheit wird, dann verändert das den Blick auf die Welt – und auch auf diejenigen, von denen diese Gefahr potenziell ausgeht.

Weibliche Wut ist deswegen eine mehr als nachvollziehbare Reaktion. Sie ist wohl nötig, um nicht mehr alles hinzunehmen, sondern wirklich Veränderungen anzustoßen und reale Konsequenzen zu fordern. Männerhass klingt vielleicht extrem, ist aber einfach nur eine Reaktion auf all den Hass und die Gewalt, die wir als Frauen tagtäglich aushalten müssen. Es gilt nun, diesen Hass in Wut und Aktion umzuwandeln. Und das passiert bestenfalls im Team mit Männern, die genauso wütend sind und bereit, etwas am bestehenden System zu ändern. Wo seid ihr, gute Männer?

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