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Leben und Werk
Lange hat Margaret Atwood die Idee abgelehnt, eine Biografie zu schreiben. Dass sie es nun doch getan hat, ist eine literarische Sensation. „Man erinnert sich ja vor allem an die blöden Sachen, an Katastrophen, Rachegefühle, politische Schrecken“, erzählt sie in einem Interview.
All das steckt jetzt in „Book of Lives. So etwas wie Memoiren.“ (Berlin Verlag). Zum Glück aber auch viel Freude, überraschende Momente, Begegnungen mit Personen der Weltgeschichte – und ein Einblick, wie ihr Leben und ihr Werk zusammenhängen.
Für die Kunst
Es gibt kaum eine vielseitigere, das Leben in allen Facetten umarmende, wilde und gleichzeitig so besonnene Person wie Patti Smith. Was die 1946 geborene „Godmother of Punk“ erlebt hat, reicht für zehn Biografien. Zu unserem Glück erinnert sie nicht nur anscheinend jedes Detail ihres Lebens – sie kann auch noch poetisch und packend darüber erzählen. In „Bread of Angels. Die Geschichte meines Lebens“ (Kiepenheuer & Witsch) nimmt sie uns mit in ihre frühen Jahre, geprägt von Mangel, aber auch von Freiheit und Gemeinschaft, wir erleben, wie sich ihre Kreativität in New York Bahn bricht, treffen die Beat-Poeten und Bob Dylan, begleiten sie in ihre Ehe mit Fred Smith und betrauern dessen Tod. Viele Leben, zusammengehalten von zwei treibenden Kräften: der Kunst und der Liebe.
Die Welt in Büchern
„In den Scherben das Licht“ von Carmen Korn
Als „Geschichtenpflückerin“ bezeichnet sich Carmen Korn – und die besten Storys findet sie in ihrer Heimat Hamburg. So auch die ihres neuen Romans „In den Scherben das Licht“ (Rowohlt Kindler) in dem sie von drei Fremden erzählt – den Jugendlichen Gisela und Gert und der ehemaligen Schauspielerin Friede – die in den Nachkriegstrümmern der Hansestadt zusammenfinden.
„Wir dachten, das Leben kommt noch“ von Elisabeth Sandmann
Während die BBC-Journalistin Gwen über Britinnen in der Résistance recherchiert, erinnert sich die 75-jährige Pat an ihre Zeit im Widerstand in Paris. Auf mehreren Zeitebenen und hervorragend recherchiert entwirft Elisabeth Sandmann in „Wir dachten, das Leben kommt noch“ (Piper) eine faszinierende Geschichte über zwei vielschichtige Frauen.
„Luft zum Leben“ von Helga Schubert
„Mit meinen Erzählungen wollte ich mich meiner Welt vergewissern“, schreibt die inzwischen 85-jährige Helga Schubert und versammelt in dem Band „Luft zum Leben“ (dtv) teilweise unveröffentlichte Texte aus 65 Jahren – von längeren Erzählungen bis kurzen WhatsApp-Nachrichten – und zeigt, wie lebendig, reich und zerbrechlich ihre Welt ist.
„Eine seltsam wechselvolle Geschichte“ von Claire Meesud
Die Figuren in Claire Meesuds Romanen befinden sich oft in einem Schwebezustand, losgelöst und auf der Suche. In „Eine seltsam wechselvolle Geschichte“ (Nagel und Kimche) sind es die Mitglieder der Familie Cassar, deren intensiv erzählte Geschichte 1940 in Algerien beginnt und 2010 in Connecticut endet. Inspiriert von Messuds eigener wechselvoller Familienbiografie.