Obwohl die Fertilität ab Mitte 30 abnimmt, ist eine Schwangerschaft bis zum Eintritt der Menopause grundsätzlich möglich. Wer glaubt, jenseits der 40 könne nichts mehr passieren, irrt – und zwar gründlich. Verhütung ist also immer noch angesagt. Aber wie?
Warum die Pille nicht automatisch ausgedient hat
Das Geburtsjahr allein ist kein Grund, die Pille auszumustern. Wer gesund, nichtrauchend und migränefrei ist, darf auch Ü40 guten Gewissens weiter auf die kombinierte Pille setzen. Sie glättet den Zyklus, hält Blutungen knapp und verpasst der Haut oft einen kleinen Instagram-Filter. Viele Frauen loben sie auch als All-in-one-Lösung gegen PMS, heftige Blutungen oder Krämpfe, die jenseits der 40 oft stärker werden. Wenn so der monatliche Blutverlust schrumpft, sinkt auch das Risiko für eine Blutarmut, und die Energielevel sind wieder im grünen Bereich. Langfristig senkt die Kombination aus Östrogen und Gestagen außerdem das Risiko für Endometrium-, Eierstock- und Darmkrebs – ein Schutzschirm, der bis ins hohe Alter nachwirkt. Ein weiterer positiver Aspekt betrifft die Knochengesundheit.
Zwischen Pillenpause und Menopause
Außerdem kann die Pille die Anzeichen der Menopause überdecken. Typische Symptome wie unregelmäßige Zyklen, Hitzewallungen oder Nachtschweiß werden von den Pillenhormonen verdeckt. Daran, dass die Eierstöcke zwischen 45 und 55 Jahren ihre Funktion aufgeben, ändert auch die Pille nichts. Man muss sie absetzen, um festzustellen, ob man die Menopause erreicht hat. Um die 50 kann eine Pillenpause zeigen, ob die Natur noch etwas plant oder Feierabend macht. Bleibt die Regel zwölf Monate aus, darf man offiziell „Menopause“ in den Kalender schreiben. Wer Kombi-Pillen nimmt, kann spätestens mit 55 aufhören, da dann das Risiko schwanger zu werden gegen null geht.
Verhütung, die zum Leben passt
Mit steigendem Alter ist es möglich, dass zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfette, Übergewicht oder auch Migräne auf der Diagnose-Liste erscheinen. Diese Faktoren beeinflussen die Sicherheit östrogenhaltiger Methoden und erhöhen das Thrombose- und Schlaganfallrisiko. Hier braucht es definitiv den frauenärztlichen Rat, denn der Verhütungs-Fundus bietet reichhaltige Auswahl. Er enthält neben östrogenfreien Pillen noch Spiralen, Kondome, Barriere-Methoden oder die Sterilisation.
Die Kunst besteht darin, auszuwählen, was zu der einzelnen Frau und ihren Lebensumständen passt. In diesem Sinne gilt es, sich zu informieren: Wer informiert ist, entscheidet souverän – und souveräne Entscheidungen sind das schönste Accessoire, das eine Frau über 40 tragen kann.