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Die intime Frage: Ist die Schamhaar-Rasur ungesund?

Die intime Frage: Ist die Schamhaar-Rasur ungesund? Die intime Frage: Ist die Schamhaar-Rasur ungesund?
Je häufiger und intensiver die Schamhaare entfernt werden, desto größer ist das Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten. (Foto: Adriano Russo)

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Erst sorgte die Evolution dafür, dass die Körperbehaarung weniger wurde, heute ist es eine Frage der Mode. Professorin Marion Kiechle erklärt, ob die Intimrasur wirklich hygienischer ist – oder sogar ungesund

Haarlos am Körper ist in – egal ob rasiert, gewaxt oder epiliert, babyglatt soll es sein. Aber ist das auch gesund? Im Laufe seiner Entwicklung hat der Mensch Haare gelassen. War der Urmensch noch am ganzen Körper „befellt“, so konzentrieren sich beim Menschen der Neuzeit die Haare nur noch auf bestimmte Bereiche. Man könnte also durchaus auf die Idee kommen, dass dies von Natur aus sinnvoll ist.

Wie Intimrasur das Infektionsrisiko beeinflussen kann

Trotzdem steigt die Zahl derer, die sich die Schamhaare entfernen, seit Jahren. Heute tun das rund 70% der Männer und 80% der Frauen. Jetzt zeigt eine neue Untersuchung aus den USA, dass Menschen mit Entfernung der Intimhaare sehr viel häufiger an sexuell übertragenen Erkrankungen leiden. Je häufiger und intensiver die Schamhaare entfernt wurden, desto größer war das Risiko für Herpes, HPV und HIV sowie Syphilis, Gonorrhö oder Genitalwarzen.

Bei gleichem Alter und gleicher Zahl bisheriger Sexualpartner*innen stieg es um durchschnittlich 80 Prozent. Was genau dahintersteckt, ist noch nicht ganz klar. Es könnte daran liegen, dass entstehende Hautverletzungen das Eindringen bakterieller und viraler Erreger erleichtern. Daher ist es ratsam, kurz nach der Intimrasur eher keinen Sex zu haben. Höchstwahrscheinlich bilden Schamhaare an sich auch eine Art Barriere und schützen somit vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Die Schutzfunktion der Schamhaare

So wie Augenbrauen und Wimpern in erster Linie dafür da sind, das Eindringen von Fremdkörpern in unser Auge zu verhindern – und die rasieren wir ja auch nicht ab. Was Scham- und Achselhaare in jedem Fall machen, ist, den Schweiß und das Sekret der Duftdrüsen zu fangen und somit stärker und länger wahrnehmbar zu machen.

Man kann sich das Prinzip ähnlich den Diffuser-Stäbchen in einer Raumduftflasche vorstellen. Eine Intimrasur ist also weder hygienischer, noch gesünder, führt jedoch zu weniger Körpergeruch.

Die richtige Enthaarungsmethode

Was ist die beste Methode? Rasieren, Enthaarungscreme, Epilieren, Waxing, Sugaring oder Laser?

Das kommt ganz auf den Hauttyp, die Haarfarbe und die Schmerzempfindlichkeit an. Im sensiblen Intimbereich ist vielen das Epilieren, Waxing oder Sugaring zu qualvoll. Daher greifen sie lieber zum Rasierer oder der Enthaarungscreme. Wer dunklere Haare und eine helle Haut hat, ist mit dem Laser sehr gut bedient. Auf jeden Fall gilt es, die Haut anschließend mit beruhigenden Wirkstoffen zu pflegen und nicht zusätzlich durch zu enge Kleidung, Sauna oder Sonne zu reizen.

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