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Thomas Carlyle Ford wurde am 27. August 1961 in Austin, Texas, geboren und wuchs überwiegend in Santa Fe, New Mexico, auf. Schon früh interessierte er sich für Ästhetik, Architektur, Film und Design. Nach der High School begann er zunächst ein Studium der Kunstgeschichte an der New York University, brach dieses jedoch ab. Anschließend wechselte er an die Parsons School of Design in New York, wo er Architektur studierte. Später verbrach er ein Studienjahr in Paris. Dort absolvierte er ein Praktikum beim französischen Modehaus Chloé.
Tom Ford für Gucci und YSL
In den 1980er-Jahren arbeitete Tom Ford zunächst für die Designerinnen Cathy Hardwick und später für Perry Ellis. 1990 wechselte er zum italienischen Luxushaus Gucci, das sich zu diesem Zeitpunkt in einer wirtschaftlichen und ästhetischen Krise befand. Anfangs war Ford dort als Designer für Damenmode tätig, wurde jedoch bereits 1994 zum Creative Director ernannt. Unter seiner kreativen Leitung wurde Gucci innerhalb weniger Jahre zu einem der begehrtesten Luxuslabels der Welt. Ford verlieh der Marke eine neue, selbstbewusste Identität. Seine Entwürfe machten Gucci wieder relevant und unter seiner Leitung stieg sogar der Jahresumsatz von Gucci auf 3 Milliarden Dollar. Später übernahm Ford zusätzlich die kreative Leitung von Yves Saint Laurent Rive Gauche, da YSL für einige Zeit der Gucci-Group gehörte.
Die eigene Marke
Nach seinem Abschied von Gucci und Yves Saint Laurent gründete Tom Ford 2005 seine eigene Luxusmarke. Das Modehaus entwickelte sich schnell zu einer internationalen Marke für Damen- und Herrenmode inklusive Accessoires, Brillen, Kosmetik und Parfüms. Besonders für seine Herrenmode und seine Beauty-Produkte war das Label besonders beliebt. Ford verstand es, nicht nur Kleidung zu entwerfen, sondern eine ganze Welt um seine Ästhetik herum aufzubauen und somit durch seinen Namen, den er sich zuvor bei Gucci oder YSL in der Branche gemacht hatte, in sein eigenes Label „Tom Ford“ umzuwandeln.
Stilistische Merkmale
Fords Stil verbindet klassische Eleganz mit kontrollierter Sinnlichkeit und einer sehr präzisen Vorstellung von Glamour und oftmals einer Prise Provokation. Typisch für seine Designs sind perfekt geschnittene Silhouetten, hochwertige Materialien wie Samt, Seide und Leder, dunkle Farbwelten, starke Akzente, enganliegende Schnitte und exzellentes Tailoring. Insbesondere Fords luxuriöse Abendmode, markante Herrenanzüge, schmale Smokingjacken, oder starke Schultern prägen seine künstlerische Handschrift. Bei seiner Bildsprache, auf den Laufstegen und in Kampagnen, wird seine Mode oft machtvoll, begehrenswert und selbstbewusst inszeniert.
Berühmte Kollektionen
Zu Tom Fords bekanntesten Kollektionen zählt beispielsweise die Gucci Herbst/Winter Kollektion1995. Samtanzüge, tief aufgeknöpfte Satinhemden, Hüfthosen und ein glamouröser 70er-Jahre inspirierter „Sex-Appeal“ machten Gucci plötzlich wieder aufregend. Auch die Gucci Frühjahr/Sommer 1996 Kollektion zählt zu einer seiner berühmtesten Kollekrionen. Glänzende Stoffe, schmale Silhouetten und tief ausgeschnittene Kleider zeigten eine neue Form von Luxus: minimalistisch und stehts sinnlich. Diese Kollektionen gälten als Durchbruch seiner Gucci-Ära. Für Yves Saint Laurent Rive Gauche interpretierte Ford die Codes des Hauses neu. Seine Entwürfe waren eleganter, glatter und romantischer als viele klassische YSL-Referenzen, doch zeigten seine künstlerische Handschrift deutlich: körpernah, luxuriös und überzeigend. Nach der Gründung seiner eigenen Marke wurde vor allem Tom Ford Menswear zu einem zentralen Bestandteil seines Erfolgs.
Filmkarriere
Neben der Mode tobte sich Tom Ford auch als Filmregisseur aus. Sein Debütfilm „A Single Man“ aus dem Jahr 2009 wurde von Kritikern gelobt und brachte Hauptdarsteller Colin Firth eine Oscar-Nominierung ein. Auch sein zweiter Film Nocturnal Animals aus dem Jahr 2016 wurde international ausgezeichnet. Beide Filme zeigen präzise Bilder, kontrollierte Schönheit, emotionale Tiefe und eine klare visuelle Sprache. Denselben Anspruch, den auch Fords Mode prägt.
Tom Ford heute
2022 wurde das Label Tom Ford für rund 2,8 Milliarden US-Dollar an Estée Lauder verkauft. Nach dem Abschluss der Übernahme zog sich Ford 2023 aus seiner Rolle als kreativer Leiter zurück. Das Modehaus wird seit 2024 unter Haider Ackermann weitergeführt, während Ford sich verstärkt Filmprojekten und anderen kreativen Arbeiten widmet.
Trotz seines Rückzugs bleibt Tom Fords Einfluss in der Mode und Beauty-Branche am Leben und er gilt somit zu einem den berühmtesten und beliebtesten Designern unserer Zeit.