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Designerporträt: Wer ist eigentlich Hedi Slimane?

Designerporträt: Wer ist eigentlich Hedi Slimane? Designerporträt: Wer ist eigentlich Hedi Slimane?
Hedi Slimane war sieben Jahre lang Kreativdirektor für Dior Homme (Foto: Jean Baptiste Lacroix/WireImage)

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Hedi Slimane führte als Kreativdirektor bei Dior Homme in den frühen Zweitausendern eine völlig neue Form der Herrenmode ein

Hedi Slimane wurde am 5. Juli 1968 in Paris geboren. Sein Vater ist Tunesier und seine Mutter Italienerin. Ursprünglich studierte er Kunstgeschichte an der École du Louvre, bevor er sich der Mode zuwandte. Parallel beschäftigte er sich intensiv mit Schwarz-Weiß-Fotografie und absolvierte eine Schneiderlehre. Schon früh interessierte er sich für Fotografie, Architektur und Musik – diese stark künstlerischen Interessen haben rückblickend seine Kreativität von Anfang an bereichert.

Seine Karriere bekam Aufschwung in den 1990er-Jahren bei Yves Saint Laurent, wo er zunächst als Berater arbeitete und 1996 die Herrenkollektion übernahm. Er sorgte bereits mit seinen ersten Entwürfen für Aufmerksamkeit. Statt klassischer Businessmode präsentierte Slimane schmale Silhouetten, präzise Schnitte und einen neuen, jugendlich wirkenden Luxus. Seine Kollektion „Black Tie“ kündigte bereits jenen Stil an, der wenig später die gesamte Herrenmode verändern sollte.

Slimane bei Dior Homme

Seinen endgültigen Durchbruch schaffte Slimane jedoch im Jahr 2000 bei Dior Homme. Er benannte die damalige Herrenkollektion von „Dior Monsieur“ in „Dior Homme“ um und führte eine völlig neue Form der Männermode ein. Enge Anzüge, schmale Hosen, schmale Krawatten und ein androgynes Erscheinungsbild. Sein minimalistischer und farblich monochromer Look wurde schnell international beliebt. Selbst Karl Lagerfeld nahm mehr als 40 Kilogramm ab, um in Slimanes extrem schmal geschnittene Dior-Anzüge zu passen. Musiker wie David Bowie, Mick Jagger oder Pete Doherty machten seine Entwürfe zusätzlich zu einem Symbol der Rock-Kultur.

2002 erhielt Slimane als erster reiner Herrenmodedesigner den renommierten CFDA Award „International Designer of the Year“. Nach seinem Abschied von Dior zog sich Slimane zunächst aus der Mode zurück und widmete sich seiner zweiten großen Leidenschaft: der Fotografie. Er dokumentierte über Jahre hinweg Musik, Skate- und andere Jugendkulturen in Berlin, London, Paris, New York und Los Angeles. Seine oft körnigen Schwarz-Weiß-Aufnahmen wurden ebenfalls weltweit berühmt und ausgestellt, sowie in mehreren Fotobänden veröffentlicht.

Karl Lagerfeld und Hedi Slimane bei der Dior Herrenkonfektionskollektion Frühjahr/Sommer 2003 (Foto: Bertrand Rindoff Petroff/Getty Images)
Dior Homme, Frühling/Sommer 2002 (Foto: Jean-Pierre Muller/AFP via Getty Images)

Modisches Come-Back

2012 kehrte Slimane als Kreativdirektor von Saint Laurent in die Modewelt zurück. Gleich zu Beginn sorgte er für Diskussionen, als er den traditionsreichen Namen „Yves Saint Laurent“ für die Prêt-à-porter-Linie auf „Saint Laurent“ verkürzte. Inhaltlich blieb er seinem Stil jedoch treu. 2018 wechselte Slimane zu Celine und übernahm dort die vollständige kreative Leitung. Er führte erstmals eine Herrenkollektion ein, etablierte eine eigene Haute-Parfumerie und erweiterte das Sortiment später mit einer Beauty-Line weiter. Nach sechs Jahren verließ Slimane das Modehaus 2024.

Stilistische Merkmale

Hedi Slimanes Stil ist unverwechselbar: Schwarze, schmale Anzüge, Lederjacken, Chelsea Boots, Skinny Jeans und der Einfluss von Rock- und Indie-Musik ziehen sich wie ein roter Faden durch seine Kollektionen. Seine Kampagnen fotografierte er häufig selbst und schuf damit eine Bildsprache, die Mode, Musik und Fotografie miteinander verband. Aus seiner Ästhetik entstand sogar der Begriff des „Hedi Boy“ – der für einen schlanken, rebellischen und zugleich eleganten Look steht.

Hedi Slimane heute

Hedi Slimane hält sich derzeit bewusst aus der Öffentlichkeit zurück. Seit seinem Ausscheiden bei Celine im Herbst 2024 hat er keine neue Position als Kreativdirektor bei einem Modehaus übernommen. Stattdessen scheint er sich auf persönliche und künstlerische Projekte zu konzentrieren, wie beispielsweise die Fotografie. Und wer weiß – vielleicht kehrt Slimane früher oder später doch nochmal in die Modewelt zurück.

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