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Designerportrait: Wer war eigentlich Valentino Garavani?

Designerportrait: Wer war eigentlich Valentino Garavani? Designerportrait: Wer war eigentlich Valentino Garavani?

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Valentino Garavani verstand Mode als kraftvolle Form der Präsenz. Mit sinnlicher Eleganz, klarer Stärke und dem ikonischen Valentino-Rot machte er Frauen sichtbar und schuf Designs von zeitloser Wirkung. Über Jahrzehnte hinweg prägte sein feines Gespür für Proportion, Emotion und überraschende Details eine Mode, die bis heute fasziniert.

Valentino Garavani war der Meister der Eleganz und Schöpfer des unverwechselbaren Valentino Reds. Mode war für ihn nie Trend, sondern Haltung: „Eleganz ist angeboren, Stil kann man erlernen." Als Symbol der Dolce Vita der 1960er-Jahre und als einer der letzten großen Haute-Couture-Couturiers prägte er fast ein halbes Jahrhundert Modegeschichte. Am 19. Januar 2026 ist Valentino Garavani im Alter von 93 Jahren verstorben.

Herkunft und frühe Obsession für das Schöne

„Schon als kleiner Junge war es meine Leidenschaft, zu entwerfen“

Valentino Clemente Ludovico Garavani wurde 1932 in Voghera, Lombardei, geboren und zeigte schon früh eine außergewöhnliche Sensibilität für Kunst, Schönheit und Proportion. Mode war für ihn keine Laune der Zeit, sondern eine lebenslange Berufung. Valentino galt stets als Gegenpol zur schnelllebigen Mode – ein Designer, der Zeitlosigkeit über Trends stellte.

Die ersten Schnittpunkte: Ausbildung und erste Haute Couture

Mit 17 Jahren zog Valentino nach Paris, um an der École de la Chambre Syndicale de la Couture zu studieren. Dort lernte er das Handwerk der französischen Couture, geprägt von Christian Diors Silhouetten, einer präzisen Taille und perfekten Linie.
1959 kehrte er nach Rom zurück, eröffnete sein erstes Atelier in der Via Condotti und präsentierte im selben Jahr seine erste Haute-Couture-Kollektion mit dem Titel „Ibis“. Es war der Beginn einer klaren Handschrift: feminin, sinnlich und kompromisslos perfektionistisch.

Gründung der Maison Valentino

1960 gründete Valentino gemeinsam mit Giancarlo Giammetti, einem Architekturstudenten aus Rom, die Maison Valentino. Giammetti wurde sein lebenslanger Wegbegleiter und strategischer Partner, der Valentinos Vision in ein internationales Imperium verwandelte.
1962 folgte der internationale Durchbruch, als Valentino eingeladen wurde, seine Haute-Couture-Kollektion in der Sala Bianca des Palazzo Pitti in Florenz zu präsentieren – ein Meilenstein, der ihn schlagartig zu einem globalen Namen machte.

Sein Verständnis für Frauen

Seine Abendkleider wurden legendär. Valentino verstand die Macht eines Auftritts – und die Verantwortung dahinter. Kleidung sollte Frauen nicht überstrahlen, sondern sie stärken.
Ein ikonischer Moment: Julia Roberts’ schwarz-weißes Vintage-Valentino-Kleid bei den Oscars 2001, das sie für ihren Gewinn in Erin Brockovich trug, gilt bis heute als einer der eindrucksvollsten Red-Carpet-Momente. Valentino wusste, wie das richtige Kleid zur richtigen Zeit Geschichte schreiben kann.

Schauspielerin Julia Roberts bei den Oscars, 2001. (Foto: Getty Images)
Jackie Kennedy auf der Costume Institute Gala, 1979. (Foto: Getty Images)

„Ich weiß, was Frauen wollen. Sie wollen schön sein“

Für ihn bedeutete Schönheit Leidenschaft, Sinnlichkeit, Selbstbewusstsein – und die Überzeugung, dass man nur das tragen sollte, was einen lebendig fühlen lässt. Zu seinen berühmtesten Kundinnen zählten Elizabeth Taylor, Jane Fonda, Sophia Loren, Audrey Hepburn, Grace Kelly, Marisa Berenson und Anjelica Huston.

Handwerk und Haltung jenseits von Trends

Kaum ein Designer ist so eng mit einer Farbe verbunden wie Valentino mit seinem Rosso Valentino. Dieses unverwechselbare Rot – leidenschaftlich, laut und zugleich kontrolliert – wurde zu seinem Markenzeichen.
Valentino verband italienisches Handwerk, französische Couture-Technik und amerikanischen Geschäftssinn. Seine vollständig handgearbeiteten Kreationen zeichneten sich durch luxuriöse Stoffe, feminine Silhouetten und höchste Präzision aus. Blumen- und Tiermotive kehrten immer wieder zurück – gedruckt, gestickt, geformt, nie beliebig.
Er widersetzte sich bewusst dem Minimalismus, wenn er ihm seelenlos erschien. Valentino kopierte keine Trends. Er setzte sie – oder ignorierte sie zugunsten zeitloser Schönheit.

Prinzessin Diana bei einer Aufführung von Paul McCartney, 1992. (Foto: Getty Images)

Paris, Prêt-à-Porter und internationale Anerkennung

1975 präsentierte Valentino seine erste Modenschau in Paris: die Herbst/Winter 1975/76 Boutique-Prêt-à-Porter-Kollektion im Hotel George V.
Für sein Lebenswerk wurde er vielfach ausgezeichnet: 1986 mit dem Titel Cavaliere di Gran Croce, 2006 mit der Légion d’Honneur. 2007 feierte er sein 45-jähriges Jubiläum mit einer großen Ausstellung im Ara Pacis Museum in Rom, bei der über 350 Kreationen und Archivstücke gezeigt wurden.

Sein Vermächtnis

Nach fast fünf Jahrzehnten an der Spitze seines Hauses zog sich Valentino 2008 offiziell zurück – mit einer emotionalen Abschiedsshow im Pariser Musée Rodin. Sein Werk jedoch blieb.

Valentino Garavani war der Schöpfer einer römischen Haute Couture, sinnlich und zeitlos – maßgeschneiderte, handgefertigte Luxusmode, die italienisches Flair und Dolce-Vita-Ästhetik vereint. Ein Mann, der Eleganz als innere Haltung verstand und Mode für die Ewigkeit entwarf.

Supermodel Claudia Schiffer gemeinsam mit Valentino Garavani. (Foto: Getty Images)
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