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Der große Vorsorge-Guide: Wann sollte ich zu welcher Untersuchung?

Der große Vorsorge-Guide: Wann sollte ich zu welcher Untersuchung? Der große Vorsorge-Guide: Wann sollte ich zu welcher Untersuchung?
Lieber früher als später – diese Vorsorgeuntersuchungen sollten Sie auf dem Schirm haben (Foto: Tristan Rösler)

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Gerade wenn das Leben in vollem Tempo pulsiert, rücken regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen oft in den Hintergrund. Doch genau sie sind es, die uns dabei helfen, langfristig gesund, kraftvoll und selbstbestimmt zu bleiben- wann und warum Vorsorgeuntersuchungen bei Frauenärzt*innen so wichtig sind

Ein Dinner mit den Freund*innen organisieren, eine Präsentation vorbereiten oder die nächste Reise planen – unzählige To Do‘s bestimmen unseren Alltag. Der Kalender ist voll und zwischen all den Terminen bleibt oft genau das auf der Strecke, was am wichtigsten sein sollte: Sie selbst. Gerade beim Thema Gesundheit handeln wir deshalb oft erst, wenn Beschwerden auftreten. Dabei sind regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen entscheidend dafür, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und effektiv behandeln zu können. Neben den Standard-Vorsorgeuntersuchungen, die gesetzliche Krankenkassen übernehmen, gibt es zusätzliche Untersuchungen bei Frauenärzt*innen, die abhängig vom individuellen Risikoprofil, Alter und der persönlichen Vorgeschichte sinnvoll sein können.

Hier erläutern wir, welche Untersuchungen es gibt, was dabei genau passiert und ab welchem Alter man sie wahrnehmen sollte. Damit Sie genau wissen, welche Termine wirklich wichtig sind.

Ab dem 20. Lebensjahr

Der Pap-Test: Schon ab dem 20. Geburtstag gehört der sogenannte Pap-Abstrich zu Ihrer jährlichen Vorsorge. Das Verfahren ist nach seinem Entwickler, dem griechischen Arzt George Papanicolaou benannt. Bei dieser Untersuchung nimmt Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt mithilfe eines kleinen Bürstchens vorsichtig Zellproben vom Gebärmutterhals und dem Muttermund. Diese Proben werden anschließend im Labor auf Veränderungen untersucht. Der Pap-Test dient vor allem der Früherkennung von Zellveränderungen, die möglicherweise auf eine Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV) hindeuten könnten. Werden Veränderungen frühzeitig erkannt, können diese meist effektiv behandelt werden, bevor sie zu Gebärmutterhalskrebs führen.

Test auf sexuell übertragbare Krankheiten (STI-Screening): Unabhängig davon, ob Sie akute Beschwerden haben, ist ein Test auf sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydien, Gonorrhö oder HIV in bestimmten Lebensphasen sinnvoll. Besonders wenn Sie wechselnde Partner haben oder sich in einer neuen Beziehung befinden, sollten Sie einen solchen Test in Betracht ziehen. Diese Infektionen verlaufen oft lange unbemerkt, können jedoch langfristig Ihre Fruchtbarkeit beeinträchtigen und zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen. Der Test erfolgt einfach und diskret mittels Abstrichs oder Blutprobe und gibt Ihnen Klarheit und Sicherheit, sodass eventuelle Infektionen frühzeitig behandelt werden können.

Ab dem 30. Lebensjahr

Tastuntersuchung der Brust: Ab Ihrem 30. Lebensjahr wird bei der jährlichen Vorsorge zusätzlich Ihre Brust von Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt gründlich untersucht. Dabei wird nicht nur die Brust selbst, sondern auch die Region rund um die Achselhöhlen sanft abgetastet. Ärzt*innen fühlen dabei gezielt nach Auffälligkeiten wie Knoten oder Verhärtungen. Diese Untersuchung ist besonders wichtig, da Brustkrebs frühzeitig erkannt und oft in einem Stadium behandelt werden kann, in dem Sie noch keine Beschwerden haben und selbst keine Veränderungen bemerken würden.

Ultraschall des Unterleibs: Ein Ultraschall des kleinen Beckens, eine sogenannte Vaginalsonografie, ermöglicht eine sehr detaillierte Beurteilung von Gebärmutter, Eierstöcken und den umliegenden Organen. Diese Untersuchung ist besonders wichtig, um frühzeitig Zysten, Myome, Endometriose oder andere Veränderungen zu entdecken, die bei einer reinen Tastuntersuchung nicht erkannt werden können. Besonders empfehlenswert ist diese Ultraschalluntersuchung bei Menstruationsbeschwerden oder unklaren Unterleibssymptomen. Expert*innen empfehlen diese Untersuchung, die privat abgerechnet wird alle ein bis zwei Jahre.

Hormonanalyse: Bei Zyklusunregelmäßigkeiten, unerfülltem Kinderwunsch oder Wechseljahresbeschwerden kann eine Messung von verschiedenen Geschlechtshormonen sinnvoll sein. Auch bei unklaren Symptomen wie dauerhafter Müdigkeit, Gewichtsveränderungen, Stimmungsschwankungen oder Hautproblemen liefert die Analyse wertvolle Hinweise auf hormonelle Ursachen. Sie erfolgt meist durch die Entnahme einer Blutprobe in der gynäkologischen Praxis, die dann in einem spezialisierten Labor auf die Konzentrationen verschiedener Hormone untersucht wird. Dabei werden vor allem die weiblichen Sexualhormone wie Östrogen, Progesteron, LH (luteinisierendes Hormon), FSH (follikelstimulierendes Hormon) und Prolaktin bestimmt. Zusätzlich können auch Schilddrüsenhormone (wie TSH, T3 und T4) untersucht werden, da diese ebenfalls einen wichtigen Einfluss auf den weiblichen Zyklus und die Fruchtbarkeit haben.

Ab dem 35. Lebensjahr

Kombinierter HPV-Test und Pap-Abstrich: Beim HPV-Test wird zusätzlich zur Zellprobe vom Gebärmutterhals gezielt geprüft, ob sich das Erbmaterial (RNA oder DNA) von Humanen Papillomviren nachweisen lässt. Der Vorteil der Kombination aus beiden Tests: Mögliche Risiken einer späteren Gebärmutterhalskrebserkrankung werden noch früher und genauer erkannt. Die Kosten werde alle drei Jahre von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

ThinPrep-Test (verbesserter Pap-Abstrich): Eine besonders präzise Methode zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ist auch der sogenannte ThinPrep-Test, eine Weiterentwicklung des traditionellen Pap-Abstrichs. Bei dieser Methode werden die entnommenen Zellen vom Gebärmutterhals zunächst in eine spezielle Flüssigkeit gegeben und anschließend im Labor sehr gründlich aufbereitet. Dadurch erhält man eine qualitativ hochwertigere Probe, die eine deutlich präzisere Auswertung ermöglicht als der klassische Pap-Abstrich. Der ThinPrep-Test reduziert Fehlinterpretationen und ermöglicht eine zuverlässigere Erkennung früher Zellveränderungen. Er wird besonders Frauen empfohlen, die eine noch höhere diagnostische Sicherheit wünschen, insbesondere bei auffälligen Vorbefunden oder familiärem Risiko.

Ultraschalluntersuchung der Brust: Zusätzlich zur jährlichen Tastuntersuchung, ist die Ultraschalluntersuchung der Brust, die sogenannte Mamma-Sonografie, eine wertvolle Ergänzung. Besonders jüngeren Frauen oder Frauen mit dichtem Brustgewebe wird diese Untersuchung empfohlen, da sie mögliche Veränderungen wie Zysten oder Knoten frühzeitig sichtbar machen kann, bevor sie tastbar sind. Der Ultraschall ist völlig schmerzfrei, strahlenfrei und dauert nur wenige Minuten. Frauenärzt*innen empfehlen diese Untersuchung meist im ein- bis zweijährlichen Rhythmus oder individuell bei auffälligen Befunden.

Ab dem 50. Lebensjahr

Mammografie: Eine weitere wichtige Untersuchung zur Brustkrebsvorsorge ist die Mammografie. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust, die auch kleinste Veränderungen sichtbar machen kann, die durch bloßes Abtasten noch nicht feststellbar wären. Während der Untersuchung wird jede Brust vorsichtig zwischen zwei Platten positioniert und kurzzeitig zusammengedrückt. Dieser Vorgang ist etwas unangenehm, aber ungefährlich und sehr effektiv. Die Mammografie ist der zuverlässigste Weg, Brustkrebs frühzeitig zu erkennen, was die Heilungschancen deutlich erhöht. In Deutschland werden Frauen zwischen 50 und 75 Jahren im Rahmen eines Screenings alle zwei Jahre zu dieser Untersuchung eingeladen.

Darmkrebsvorsorge: Zur umfassenden Vorsorgeberatung gehört ab dem 50. Lebensjahr auch die Darmkrebsvorsorge. Frauenärzt*innen empfehlen dazu entweder einen Stuhltest auf verstecktes Blut oder eine Darmspiegelung. Der Stuhltest ist alle ein bis zwei Jahre sinnvoll und lässt sich unkompliziert zu Hause durchführen. Er gibt Hinweise darauf, ob eine weitergehende Untersuchung notwendig ist. Die Darmspiegelung erfolgt bei spezialisierten Fachärzten und erlaubt eine direkte Betrachtung der Darmschleimhaut. So können Polypen – Vorstufen von Darmkrebs – früh erkannt und gleichzeitig entfernt werden. Die Darmspiegelung bietet eine noch sicherere Vorsorge. Die Kosten dafür werden alle zehn Jahre übernommen.

Früherkennung von Eierstockkrebs (CA-125-Test): Neben der regulären Tastuntersuchung dient auch die vaginale Ultraschalluntersuchung der Früherkennung von Eierstrockkrebs. Diese erlaubt eine bildliche Darstellung der Eierstöcke und kann eventuelle Zysten oder Tumoren frühzeitig sichtbar machen. Ergänzend hierzu steht der sogenannte CA-125-Test zur Verfügung, ein Bluttest, bei dem ein spezieller Tumormarker bestimmt wird. Der Marker CA-125 kann im Falle einer Krebserkrankung erhöht sein; allerdings steigt er auch bei gutartigen Erkrankungen wie Entzündungen, Endometriose oder Zysten an, was die Aussagekraft einschränkt. Daher ist der CA-125-Test allein für die allgemeine Vorsorge nicht geeignet, sondern sollte insbesondere bei erhöhtem familiärem Risiko, etwa bei Eierstock- oder Brustkrebsfällen in der Familie, oder bei einem auffälligen Befund im Ultraschall als ergänzende Methode eingesetzt werden.

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