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In einer von eher Lässigkeit geprägten Welt ist das gar nicht so einfach zu beantworten. Schließlich könnte man jemanden mit zu viel Distanz brüskieren – oder mit zu viel Körpernähe peinlich berühren.
Die naheliegendste Antwort wäre wohl: Beobachten Sie, wie die anderen in der Gruppe es handhaben, und passen Sie sich an. Doch damit würde man einen entscheidenden Aspekt ausblenden – die individuellen Beziehungen zwischen den Beteiligten. Besteht bereits eine längere Bekanntschaft, vielleicht sogar eine freundschaftliche Verbindung, auch im beruflichen Kontext? Kennt man den oder die Kundin seit vielen Jahren oder begegnet man sich zum ersten Mal?
Wer ein feines Gespür für Körpersprache und zwischenmenschliche Signale hat, erkennt meist schnell, welche Form der Begrüßung angemessen ist. Nähe oder Distanz lassen sich oft intuitiv erspüren. Ein Küsschen auf die Wange beim ersten (Kunden-)Besuch? Eher nicht.
Gleichzeitig sind Missverständnisse nicht ausgeschlossen. Mir selbst ist es schon häufiger passiert, dass meine ausgestreckte Hand unbeantwortet in der Luft hängen blieb – schlicht deshalb, weil mein Gegenüber mich offenbar wiedererkannte, ich mich jedoch nicht erinnern konnte. Eine unangenehme Situation, die sich jedoch meist charmant überspielen lässt: „Hast du eine neue Brille, einen anderen Haarschnitt oder ein neues Make-up? Ich hätte dich beinahe nicht erkannt!“
Im beruflichen Umfeld liegt man mit einem Handschlag selten falsch, insbesondere in formelleren Situationen. Er bietet eine respektvolle, neutrale Form der Kontaktaufnahme. Wenn man sich bereits besser kennt, kann – je nach Gepflogenheit – auch eine Umarmung oder ein freundschaftliches „Bussi“ angemessen sein.
Persönlich empfinde ich eine so vertraute Geste bei einer ersten Begegnung, selbst im eher lockeren oder freundschaftlichen Rahmen, als etwas zu nah. Der Handschlag ist mir deutlich angenehmer. Vermutlich spielt dabei auch meine norddeutsche Prägung eine Rolle: Ich neige dazu, Menschen zunächst zu siezen und Distanz zu wahren, bevor ich mich auf eine persönlichere Ebene einlasse.
Letztlich zeigt sich: Es gibt keine universell richtige Form der Begrüßung – sondern nur diejenige, die zur Situation, zur Beziehung und zum eigenen Empfinden passt. Wer aufmerksam bleibt und sein Gegenüber respektiert, wird selten völlig falsch liegen.