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Wer kennt sie nicht, diese Lift-Rambos, die in letzter Minute nochmals die Tür aufreißen oder den Fuß zwischen die sich gerade schließenden Türen stellen, während man sich im Innern der Kabine schon in Sicherheit wähnte? Natürlich drücken solche Menschen dann den 1. Stock, während man selbst in den 4. hinauffährt, und also ein weiters Mal aufgehalten wird. Ok. Manchmal bin ich selbst so eine grässliche Person, man hat es ja so eilig. Oder: Schnell den Türschließ-Knopf gedrückt, um eben genau solche Reinquetscher draußen zu halten? Kenn ich auch. Es ist weniger die Eile, eher die erzwungene Nähe, die mich das tun lässt. Im Fahrstuhl bleib ich lieber allein.
Ja, der Fahrstuhl: ein soziales Experiment und ein Mikrokosmos menschlichen Verhaltens. Wer grüßt wen? Wie stellt man sich hin? Hält man die Luft an (wegen der Viren)? Es gibt unendlich viel zu überdenken. Und unendlich viele Möglichkeiten, sich doof zu benehmen. Darum gilt als erstes die Regel: Was du nicht willst, das dir angetan wird, tue auch keinem anderen an. Oder um es mit Rosa Luxemburg zu sagen: Die eigene Freiheit endet da, wo die Freiheit des anderen beginnt.
Tun wir es gemeinsam:
1. Künftig drücken wir nicht noch hektisch den Knopf, wenn der Lift vor uns schon fast geschlossen ist. Wenn wir es wirklich eilig haben und es doch tun, entschuldigen wir uns mit einem charmanten Lächeln und haben einen guten Grund parat: Die Freundin, die in den Wehen liegt; das Bügeleisen, das noch auf dem Brett steht; der Flug, der schon zum Boarding ausgerufen wurde.
2. Wir grüßen beim Betreten des Fahrstuhls die Passagiere, die schon drinstehen. Kleines Lächeln dazu, umso netter.
3. Wie man sich hinstellt, ist Geschmackssache, denke ich. Es ist erlaubt, als zuletzt Zugestiegene mit dem Rücken zu den übrigen zu stehen. Netter ist eine seitliche Positionierung, so hat man Mitfahrende und Tür im Blick. Es ist auch höflich, älteren Menschen oder Müttern (und Vätern) mit Kindern den Vortritt beim Aussteigen zu lassen oder auch die Tür zu blockieren, bis diese draußen sind. Ich darf ab und an erleben, dass es noch Männer gibt, die Frauen den Vortritt lassen. Meistens sind diese deutlich über 60 und eher in Grand Hotels als am Flughafen anzutreffen.
4. Wenn Kinder mitfahren: Bevor man Knöpfe drückt, fragen, ob sie es tun wollen. Ich habe das zuletzt falsch gemacht, und immer noch ein schlechtes Gewissen. Schließlich weiß ich als Mutter, wie viel Spaß die Kleinen daran haben.