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Klares Jein. Grundsätzlich bin ich immer wieder überrascht, was Hotel-Gäste als ihr Eigentum ansehen – ohne jedes Unrechtsbewusstsein. Wenn man mit Hoteliers spricht, wird die Liste der Mitnahme-Gegenstände immer eigentümlicher. Fast schon normal ist es, dass der Gast mal ein Handtuch mitgehen lässt. Beliebt scheinen auch Haartrockner und Kleiderbügel zu sein, darum werden sie auch ärgerlicherweise oft fest an die Wand geschraubt bzw. an die Kleiderstange montiert. In besonders teuren Hotels ist das zwar nicht so, da bezahlt man über den Zimmerpreis die Produkte, die andere Gäste einstecken. Aschenbecher, Bademäntel, Champagnerkühler, Kopfkissen – sehr oft futsch, wenn das Zimmermädchen nach dem Check-Out zum Saubermachen kommt. Was ist da bloß los, fragt man sich da. Die gleichen Menschen würden doch auch nicht in ein Geschäft gehen und dort etwas mitgehen lassen.
Aus Umweltgründen sind mittlerweile viele Hotels auf die Idee gekommen, große Shampoo-, Duschgel- und Conditioner-Flaschen in die Bäder zu stellen statt der früher gewohnten Minis. Die sollten natürlich nicht eingesteckt werden, auch wenn sie angebrochen sind. Charmant wird oft darauf hingewiesen, dass, wenn einem ein Produkt gefällt, man dieses auch käuflich erwerben kann (andernfalls wird es nachträglich von der Kreditkarte abgebucht). Angebrochene Mini-Amenities wie Seifen, Shampoo usw. darf man natürlich mitnehmen. Geschlossene Produkte lasse ich stehen, einfach, weil sonst noch mehr Plastikmüll entsteht.
In einem Interview erzählte Liv Tyler einmal, dass sie angebrochene Seifenstücke in Hotels in ein Kleenex wickelt und sie mit nach Hause nimmt, um sie weiterzuverwenden. Sonst würden sie ja einfach weggeworfen. Das mache ich nun ab und zu genauso – vor allem, wenn eine Seife besonders gut riecht: Le Labo-, Clarins-, Bulgari-, Aesop-Produkte etwa. Alles andere bleibt da, wo es hingehört, weil es dem Gast eben nicht gehört.