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Ozempic, das Medikament, das ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und Adipositas auf den Markt kam, steht inzwischen stellvertretend für eine ganze Reihe von Abnehmspritzen – und für ein gesellschaftliches Phänomen. Millionen Menschen verlieren damit Gewicht. Aber Injektionen zur Gewichtsreduktion verändern nicht nur die Figur, auch im Gesicht zeigt sich der Volumenverlust. Die Folge sind eingefallene Wangen, dünnere Haut und tiefere Falten. Der Effekt hat mittlerweile einen eigenen Namen: das „Ozempic Face“. Und laut Umfragen bei verschiedenen Ärzteverbänden hat die Zahl der Patienten mit diesem Erscheinungsbild zugenommen.
Ein kleiner Pieks pro Woche lässt ständige Gedanken ans Essen und Heißhunger verschwinden, sorgt dafür, dass man schneller und länger satt ist und macht damit das Abnehmen so leicht wie noch nie. Wenn auch nicht ganz ohne Nebenwirkungen: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten, die Langzeitfolgen sind noch nicht bekannt.
Die Ursachen für das „Ozempic Face“
Eine ganz besondere Nebenwirkung ist das sogenannte „Ozempic Face“ als unerwünschte Folge der Gewichtsabnahme. Zu den typischen Merkmalen zählen flacher wirkende Wangen, stärkere Schattenbildung, deutlichere Falten und weniger ausgeprägte Konturen – das Gesicht wirkt vorzeitig gealtert. Schuld daran ist jedoch nicht die Gewichtsabnahme-Spritze selbst, sondern vielmehr die Geschwindigkeit, mit der der Körper innerhalb sehr kurzer Zeit eine erhebliche Menge an Gewicht verliert. Die Haut kann sich an den raschen Volumenverlust nicht immer schnell genug anpassen. Gleichzeitig nimmt mit zunehmendem Alter die Produktion von Kollagen und Elastin ab, wodurch die Haut an Festigkeit und Elastizität verliert. Vor allem aber geht durch den Verlust von Gesichtsfett Volumen und damit ein Teil der natürlichen Stützstruktur des Gesichts verloren. Die verschiedenen Fettdepots im Gesicht prägen die Konturen und tragen dazu bei, dass die Haut glatt und das Gesicht voll und jugendlich wirkt. Fehlt dieses Volumen, können Wangen und Schläfen eingefallener erscheinen, Falten und Hautüberschuss stärker hervortreten. Das Gesicht wirkt dadurch häufig schmaler, müder und insgesamt älter.
Hautpflege und Wirkstoffe für zu Hause
Leider können Cremes verlorenes Unterhautfett nicht ersetzen, aber bestimmte Wirkstoffe können die Hautqualität sichtbar verbessern. Dazu gehören Retinol und andere Retinoide, die die Kollagenbildung fördern und die Zellerneuerung beeinflussen; Peptide zur Strukturverbesserung; Hyaluronsäure in topischer Form, die Wasser in der Haut bindet und für einen vorübergehenden Aufpolsterungseffekt sorgt; Niacinamid, das die Hautbarriere stärkt und den Feuchtigkeitsverlust reduzieren kann; sowie Vitamin C zum Schutz vor freien Radikalen. Wer Retinoide nicht verträgt, kann Bakuchiol ausprobieren, einen pflanzlichen Wirkstoff, der eine ähnliche Wirkung haben soll. Wichtig ist, neue Wirkstoffe schrittweise einzuführen – insbesondere Retinoide sollten langsam eingeschlichen werden, während mildere Wirkstoffe wie Niacinamid oder Hyaluronsäure in der Regel leichter verträglich sind.
Behandlungsmöglichkeiten und Vorbeugung
In der dermatologischen Praxis können gezielt Hyaluronsäure-Filler eingesetzt werden, um verlorenes Volumen auszugleichen. Die Hautqualität und Kollagenbildung können zudem durch verschiedene energiebasierte Verfahren wie Radiofrequenz oder Ultraschall sowie durch Injektionen mit Eigenblut (PRP) unterstützt werden. Auch Polynukleotide werden zunehmend zur Verbesserung der Hautqualität verwendet. Botox hat dagegen keinen direkten Einfluss auf das „Ozempic Face“: es reduziert mimische Falten, kann aber verlorenes Fettvolumen nicht ersetzen.
Noch besser ist es, schon vorbeugend einem schlaffer wirkenden Gesicht entgegenzuwirken. So sollten Injektionen zur Gewichtsreduktion nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet und ein sehr schneller und starker Gewichtsverlust möglichst vermieden werden. Wie schnell genau man abnehmen sollte, hängt von der individuellen Ausgangssituation ab, aber ein bis zwei, maximal vier Kilogramm pro Monat gelten als Richtwert, damit Körper und Haut genug Zeit haben, sich an das veränderte Volumen anzupassen.