MADAME im Abo: Verpassen Sie keine Ausgabe - mehr erfahren.
Kuratiert aus Ausgabe Juni 2025
Unsere Beauty-Chefin weiß schon: Was Selbsttests angeht, bin ich neugierig – und relativ schmerzlos. Trotzdem warnt sie mich am Tag vor der Thermage-Behandlung vor: „Das soll nicht so angenehm sein.“ Dabei wirbt das neue Trend-Treatment zur Hautverjüngung und -straffung doch gerade damit, ohne Nadeln und Skalpell auszukommen. Ich möchte es trotzdem ausprobieren.
Im Dezember werde ich 50, und meine Kinnlinie lässt sich etwas hängen. Mit den Jahren nimmt unsere Kollagen-Produktion ab. Die Folge ist dünnere und schlaffere Haut, die sich zudem gerne in Falten legt. Ich bin keine Freundin von Schlauchboot-Lippen und unbeweglich gespritzten Gesichtern, aber mehr Festigkeit und Glow? Gerne!
Was macht Thermage besonders?
Wie Thermage funktioniert, erklärt der Münchner Dermatologe Dr. Stefan Duve, der das Verfahren im Haut- und Laserzentrum an der Oper anbietet. Im Fokus steht das Bindegewebe der Haut: Mit Radiofrequenz-Wellen, die das Gewebe erhitzen, sollen die Zellen dazu angeregt werden, neue Kollagen-Fasern zu produzieren.
Das nämlich kann man mit Botox und Fillern nicht erreichen: „Botulinumtoxin wirkt eher durch die Relaxierung der Muskulatur und betrifft nicht direkt das Kollagen“, so Duve. „Filler wiederum haben keine langfristigen Anti-Aging-Effekte. Daher gewinnen Kollagen-stimulierende Therapien zunehmend an Bedeutung.“ Dabei soll die Hautqualität verbessert werden, ohne das Gesicht optisch zu verändern. Das funktioniert bei jüngerer Haut sogar als Vorbeugung.
Ein straffes Gefühl
Und so werde ich am darauffolgenden Vormittag von Laser-Experte Reza Mokhtari in ein kleines Behandlungszimmer im Haut- und Laserzentrum geführt. Neben der Liege steht das Radiofrequenz-Gerät. Der Behandlungskopf, den Mokhtari in der Hand hält, sieht mit seinen leicht abgerundeten Ecken aus wie ein Herren-Trockenrasierer. Der Experte setzt ihn mit leichtem Druck auf meiner Wange auf und führt ihn in Richtung Ohr. Ich spüre Wärme und am Ende einen kleinen Stich, ähnlich wie bei der Laserbehandlung von Pigmentflecken. Natürlich ist eine Massage bei der Kosmetikerin angenehmer. Aber richtig schlimm ist es auch nicht, noch nicht mal an der weichen Haut unter dem Kinn, die Reza gründlich bearbeitet.
Nach etwa 40 Minuten sind wir fertig. Bis sich das endgültige Ergebnis zeigt, muss ich noch ein paar Wochen abwarten: Kollagen bildet sich nicht über Nacht. Aber ich habe ein gutes – und irgendwie strafferes – Gefühl.