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Meransen liegt auf einem Hochplateau oberhalb des Pustertals. Von Mühlbach windet sich die Straße vorbei an Höfen und Wiesen hinauf, während sich der Blick mit jedem Höhenmeter weiter öffnet. Etwas oberhalb des Ortes, auf rund 1.400 Metern, liegt das Boutique Biohotel Gitschberg. Mit seinen 40 Zimmern und Suiten bewahrt das familiengeführte Haus eine angenehm persönliche Atmosphäre und lädt dazu ein, für ein paar Tage das Tempo herauszunehmen.
Barbara und Horst Peintner führen das Hotel gemeinsam mit ihrem Team. Wie persönlich es hier zugeht, zeigt sich vor allem in den kleinen Dingen: Namen und Vorlieben sind schnell bekannt, beim Frühstück erinnert man sich an den Kaffee vom Vortag, beim Abendessen auch mal an einen Geburtstag. Statt großer Gesten ist es dieses unaufgeregte Miteinander, das den Aufenthalt prägt.
Wo die Berge den Takt vorgeben
Die Landschaft ist im Gitschberg stets präsent. Auf der einen Seite erhebt sich der Hausberg, auf der anderen öffnet sich der Blick über Meransen bis zu den Dolomiten. Die Wiesen reichen beinahe bis vor die Tür; im Sommer stehen Kühe auf den Weiden, und der Duft von Gras und Heu liegt in der Luft. Auch im Inneren findet die Umgebung ihre Fortsetzung. Viel Holz, warme Oberflächen und eine zurückhaltende Gestaltung prägen die Räume, ohne dabei in typische alpine Klischees zu verfallen. 20 Zimmer im Stammhaus wurden 2025 neu gestaltet, unter anderem mit heimischer Lärche und Zirbe.
Besonders viel Aufmerksamkeit gilt dem Schlaf. Bettwäsche und Frotteewaren bestehen aus Bio-Naturmaterialien, hinzu kommen ergonomische und allergikerfreundliche Kissen sowie Schlafsysteme aus Naturmaterialien. 16 Zimmer sind mit dem Samina Power Sleeping System ausgestattet. In einem Großteil der Zimmer gibt es außerdem metallfreie Betten und Stromfreischalter; zwischen 23 und 7 Uhr wird das WLAN abgeschaltet. Die Ruhe auf 1.400 Metern tut ihr Übriges.
Wärme, Wasser und der Duft von Heu
Nach einem Tag in den Bergen führt der Weg oft ins Fenilia Spa. Vom Panorama-Bergpool mit Innen- und Außenbereich bleibt der Blick auf die Dolomiten erhalten. Dazu kommen vier Saunen, darunter eine Bio-Heusauna und die finnische Panorama-Sauna im Garten. Eine Besonderheit des Hotels ist die Heu-Lounge, für die mehr als zwei Tonnen handgemähtes Bergheu verwendet wurden. Kräuter und Öle aus der alpinen Pflanzenwelt finden sich auch bei den Behandlungen wieder. Gastgeberin Barbara Peintner ist ausgebildete Kräuterpädagogin; im Duftgarten wachsen Kräuter und essbare Blüten, die teilweise auch in der Küche verwendet werden.
Von der Hoteltür hinauf auf den Berg
Nur wenige Gehminuten vom Hotel entfernt beginnt mit der Gitschbergbahn der Weg hinauf in die Berge. Oben, auf 2.510 Metern, öffnet sich von der Panoramaplattform der Blick weit über die umliegenden Gipfel. Doch auch weiter unten lässt sich die Landschaft unmittelbar erleben: Wege führen durch Wälder und über Almwiesen, vorbei an Hütten und hinauf zu den Höhen rund um den 2.512 Meter hohen Gitschberg. Mal reicht dafür ein entspannter Vormittag, mal wird daraus ein ganzer Tag am Berg. Auch mit dem E-Bike lässt sich die Gegend erkunden; wer lieber in Begleitung unterwegs ist, kann sich geführten Wanderungen oder dem alpinen Waldbaden anschließen. Und irgendwann führt der Weg fast unweigerlich auf eine der Almen – zu Kaiserschmarrn, müden Beinen und einer Aussicht, für die man gerne noch ein wenig sitzen bleibt.
Was Südtirol auf den Teller bringt
Zurück im Hotel setzt sich die Nähe zur Region ganz selbstverständlich beim Essen fort. Der Tag beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück, bevor es für viele Gäste hinaus in die Berge geht. Wer am Nachmittag zurückkehrt, findet bei der Südtiroler Marende Kuchen, Kaffee in Barista-Qualität und herzhafte Kleinigkeiten. Am Abend wird es etwas ausgedehnter: Ein mehrgängiges Menü beschließt den Tag, mit vegetarischen Gerichten ebenso wie mit Fleisch oder Fisch. Dabei kommt vieles aus der näheren Umgebung – Wildkräuter werden rund um das Hotel gesammelt, essbare Blüten und Gewürzkräuter wachsen im eigenen Garten. Mehr als 90 Prozent des gastronomischen Angebots sind biologisch ausgerichtet, bevorzugt mit Lebensmitteln aus Südtirol und dem Alpenraum. So wirkt der Bio-Gedanke des Hotels weniger wie ein Konzept, das erklärt werden muss, sondern eher wie ein selbstverständlicher Teil dessen, was den Gästen auf dem Teller serviert wird.
Wenn der Alltag langsam leiser wird
Nach einigen Tagen stellt sich im Gitschberg fast von selbst ein anderer Rhythmus ein. Morgens geht es hinaus in die Berge, nachmittags vielleicht in den Pool oder zur Marende, abends bleibt man länger beim Essen sitzen. Die überschaubare Größe des Hauses trägt dazu bei: Wege sind kurz, Gesichter werden vertraut und nicht jeder Moment muss mit Programm gefüllt werden.
Mit der Zeit sind es deshalb weniger die einzelnen Angebote als die kleinen Eindrücke dazwischen, die den Aufenthalt prägen: die klare Luft am Morgen, der Geruch der Wiesen, Kuhglocken in der Ferne und das Bergpanorama vor dem Fenster. Man schaut seltener auf die Uhr und dafür länger in die Landschaft. Zusammen mit dem herzlichen, unaufgeregten Miteinander im Haus entsteht so jene Ruhe, durch die der Alltag für ein paar Tage ganz selbstverständlich in den Hintergrund rückt.